Eigentlich dachte man der Schrecken sei nach dem unterdurchschnittlichen „Candyman 2“ vorüber, doch auch hier hat sich eine Horrorfigur als überlebensfähiger erwiesen als erwartet und deshalb darf man nun mit „Candyman 3- Der Tag der Toten“ erneut auf den Schlächter mit der Hakenhand treffen.
Die junge Caroline McKeever ist die Nachfahrin des grausam ermordeten Daniel Robitaille- dem Candyman. Auch sie macht, wie viele andere zuvor, den Fehler ihren Urahn durch die bewährte Beschwörungsformel herbeizurufen. Schon geht das Morden von neuem los und nacheinander fällt Carolines gesamter Bekanntenkreis dem Hakenmann zum Opfer, bis nur noch sie und der junge David de La Paz übrig sind…
Candyman Teil 3- und eigentlich ist alles beim Alten. Denn die zweite Fortsetzung um die von Clive Barker ersonnene Urban Legend bietet inhaltlich nicht viel Überraschendes und leidet unter dem starken Wiedererkennungswert gegenüber dem zweiten Teil. Hier wie da geht es einer Familienangehörigen des Candymans an den Kragen, die sich nicht unterstehen konnte, seinen Namen fünf Mal vor einem Spiegel hinauszuposaunen. Ohne langes Drumherum legt der Film dann auch los: Caroline ruft ihren Verwandten und schon bald gibt es die ersten Toten zu bestaunen. Doch da die Morde fast immer auf die gleiche Art und Weise ablaufen und kaum variieren, denkt man sich bei jedem nächsten Opfer nur noch: Bitte, nicht schon wieder. Denn die Macher setzen nicht etwa wie bei der „Nightmare on Elm Street“- Reihe auf ausgefeilte und abwechslungsreiche Arten des Ablebens, sondern lassen den Candyman stets nach Schema F agieren. Nichtsdestotrotz gibt sich der Film die größte Mühe, das was die Story nicht hergibt, durch blutige Einlagen zu kompensieren. Wem so was gefällt, der ist hier einigermaßen gut aufgehoben. Wer jedoch auf eine interessante bzw. durchdachte Handlung, Spannung und Atmosphäre hofft, wird enttäuscht werden. Der Film setzt die komplette Spielzeit über auf billige Schockmomente und lässt Penner hinter Ecken vorspringen oder die beste Freundin ihre Rolle für einen Horrorfilm proben, sodass unsere Protagonistin Caroline Schweißausbrüche bekommt.
Des Weiteren trieft der Film vor dämlichen Klischees und nervigen Charakteren, als da wären: Das blonde Modepüppchen, dem ein Killer an die Wäsche will- was zugegebenermaßen bei weitem nicht das Schlimmste ist. Für den Zuschauer wesentlich anstrengender zu ertragen ist die alte, schrullige Hexe lateinamerikanischen Ursprungs, die mit mysteriösen Zeremonien versucht das Böse zu vertreiben und schlussendlich nichts weiter als heiße Luft produziert. Doch damit nicht genug darf auch in diesem Film der konsequent fiese Bulle, der sich nicht einmal die Mühe macht, über seinen Tellerrand hinauszuschauen, nicht fehlen. In den Schatten gestellt wird das alles noch von einer dämlichen Horde Grufties, die eine Art Kult um den Candyman aufgebaut hat, und am Ende die blutige Quittung präsentiert bekommt.
Bei all der Kritik, die das Machwerk als filmisch nicht allzu wertvoll kennzeichnet, sollte nicht vergessen werden, dass der Film durchaus für kurzweilige Ablenkung sorgen kann und durch seine Macken einen gewissen Unterhaltungswert gewinnt. Im Vergleich zum Vorgänger ist dieser Teil wieder ein leichter Schritt in die richtige Richtung, obwohl er nach wie vor weit vom großen Wurf entfernt ist.
Das gleiche lässt sich über die Schauspieler sagen. Die ehemalige Baywatch- Nixe Donna D’Errico spielt Caroline McKeever. Rumkreischen und panisch durch die Gegend rennen hat sie in ihrem Repertoire, für viel mehr reicht es aber nicht. Sie ist absolut austauschbar und genügt allein durch ihr Aussehen als optischer Reiz. Das haben sich wahrscheinlich auch schon die „kreativen Köpfe“ hinter der Kamera gedacht und ließen sie betont leicht bekleidet durch die Kulissen hüpfen. Ihr Filmfreund David de La Paz –gespielt von Jsu Garcia- erledigt seine Arbeit schon souveräner, wenn auch er – schon durch seine Rolle bedingt- keine oscarreife Leistung abliefert. Der dritte im Bunde ist der Candyman – Tony Todd- höchstpersönlich. Er verkommt in diesem Film zur Labertasche, die über die gesamte Laufzeit immer das Gleiche vor sich hinsabbelt und durch nervige V/O- Kommentare auffällt. Da kann selbst Todds imposante Statur nichts mehr reißen und der Candyman bekommt die Tendenz zur Witzfigur.
Alles in allem ist „Candyman 3- Der Tag der Toten“ eine überflüssige Fortsetzung, die aber trotzdem noch dem schlechteren Vorgänger vorzuziehen ist.