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Wenn man sich heute dieses aufgedunsene, wankende Alkohol- und Drogenwrack Helmut Berger anschaut, dann könnte man glatt übersehen, dass das einst einer der attraktivsten und charismatischsten Schauspieler Europas war. Der Mann hätte selber ein magisches Portrait gebrauchen können, das an seiner Stelle altert. Berger ist nahezu perfekt als Dorian Gray, doch der Film wird der Romanvorlage überhaupt nicht gerecht bzw. reizt nicht einmal ansatzweise die Möglichkeiten der Verpflanzung des Mythos Gray in die Gegenwart aus. Allzu oft stehen Berger und seine Darstellerkollegen bloß gelangweilt auf irgendwelchen Partys rum und halten Smalltalk, während der Horroraspekt des Stoffs nahezu komplett in den Hintergrund rückt. Und wird mal über ewige Jugend philosophiert, so ist das meist nur ein Vorwand um ein wenig nackte Haut zu zeigen.