Review

Inhalt:

China, wohl in den 1930er Jahren. Der Arbeitsmarkt ist rau, die einfachen Menschen kämpfen ums Dasein. Auch Zhang (Riki Harada) und seine Frau (Nam Hung) haben es schwer, und die beiden Söhne, Zhang Zhigang und Zhang Zhiqiang, sie könnten kaum unterschiedlicher in ihrem Wesen sein. 

Zhang fällt in Ungnade bei den Pier-Arbeitern, und wird gar als Verräter gebrandmarkt, obgleich sein Handeln von Gangstern erpresst wurde. Zhang Zhigang und Zhang Zhiqiang müssen als Söhne eines -vermeintlichen- Verräters geltend, ums Dasein kämpfen, mit ihrer Mutter, die damit zunehmend überfordert ist.

Die Jahre vergehen, und die Söhne sind nunmehr Erwachsen. Während Zhang Zhiqiang (Li Hsiu-Hsien aka Danny Lee), eher gesetzt und rechtschaffend veranlagt, die Militär-Akademie besucht, um danach in den Polizei-Dienst zu treten, gerät der ungestüme Draufgänger Zhang Zhigang (Anthony Lau aka Liu Yung) zunehmend auf die "schiefe Bahn". 

Zhang Zhigang legt sich mit den Gangstern um Unter-Boss "Blackie" Zhou Hei (Chiang Tao) an, und schlägt die Verbrecher gekonnt zusammen, Zhigang ist ein ausgezeichneter KungFu-Fighter. Dies fällt dem Ober-Boss des Gangster-Syndikats, welches Waffen schmuggelt und andere illegale Geschäfte tätigt, auf, und gefällt diesem. Ober-Boss Qian Laosan (Ku Feng) will sich die Dienste Zhigangs sichern, und stellt ihn als Leibwächter ein, Zhigang mit viel Geld und der Aussicht auf ein besseres, luxuriöses Leben ködernd.

Es gilt, dem Konkurrenz-Boss einer anderen Bande, Huang Shou-Ren (Chan Shen), die Tour zu vermasseln. Dies gelingt Zhigang dank seines KungFu. Huang sinnt auf Rache, jedoch kann Zhigang den Anschlag auf Qian Laosan in einem Thermal-Bad verhindern, es gibt mehrere Tote! Und Zhigang steigt in der Hierarchie dieser Triaden immer höher, gilt bereits als "Kronprinz" des amtsmüden Qian Laosan!

Zhang Zhiqiang indes, verlässt nach erfolgreichem Abschluss die Militär-Akademie und nimmt seinen Dienst in einer der Polizei-Behörden auf. Alsbald wird er auf die Waffen-Schmuggler angesetzt, und muss seinen eigenen Bruder somit bekämpfen. Das Gewissen nagt natürlich, aber Zhiqiang will seine Pflicht erfüllen.

Zhigang verliebt sich derweil in eines der leichten Mädchen im Dunstkreis der Triaden, die bildhübsche Yanfen (Chow Lai-Kuen aka Chou Li-Chien). Die beiden wollen heiraten. Doch dazu kommt es nicht mehr: Yanfen wird aus Rache von Huang Shou-Ren und dessen Schergen in ihrer Wohnung schwer missbraucht und brutal getötet...!

Zhang Zhigang will den Tod seiner Freundin rächen. Es kommt in der Residenz von Huang Shou-Ren und dessen Bande zum überaus brutalen Show-Down, zum Kampf auf Leben oder Tod.

Doch da ist noch Zhang Zhiquiang, der Polizist, der seinen eigenen Bruder das Handwerk zu legen gedenkt und der Justiz überführen will und muss. Ein blutiges Schicksal nimmt seinen Lauf...

Kritik:

Im Jahre 1979 drehte Regisseur Hua Shan für die Studios der Shaw Brothers diesen relativ unbekannten Krimi-Eastern, der die Fans des Genres und des legendären Studios doch überraschend gut und ziemlich spannend unterhalten kann. Eine kleine, rare Perle, die hier von Hua Shan erschaffen wurde, kein Mega-Hit, kein Klassiker der Shaw Brothers, aber gediegen-gekonnte Eastern-Unterhaltung "für Zwischendurch" für den eingefleischten Fan des Studios.

Zwei Brüder, wie sie ungleicher kaum sein könnten, sie stehen auf den beiden unterschiedlichen Seiten des Gesetzes. Daraus entwickelt sich der Konflikt, das Melodram in diesem Eastern, und somit die gewisse Spannung in diesem Spannungsfeld eines familiären Dramas. Die Atmosphäre stimmt und verdichtet sich zusehends, eine leicht düstere Bildsprache, und vor allem -für einen kostengünstigen Eastern- intensive und relativ eindringliche Darstellungen, prägen -neben rasant-blutiger KungFu-Fightaction- diesen unbekannt-raren Eastern der Shaw Brothers.

Das Tempo ist hoch, was man dem Film leider auch etwas anlasten kann, Hua Shan hetzt etwas durch den Plot, anfangs ist zudem alles etwas episodisch. Doch als der Faden endgültig aufgenommen ist, sich die Dinge etwas gesetzt haben, entwickelt sich ein doch dramatischer Spannungsbogen, der schlussendlich in brutal-blutige Gewalt münden muss, in den unvermeidlichen, zweigeteilten Show-Down: Zum einen der eine, der Anti-Held gegen die Villains, die Triaden, dann gegen den eigenen Bruder, der sauberere der beiden ungleichen Gebrüder.

Anthony Lau (aka Liu Yung) ist dieser Anti-Held, der auch wesentlich mehr Screen-Time als ´sein´"Bruder" hier erhält, Anthony Lau spielt die Hauptrolle in diesem Eastern. Denn seine Rolle ist ungleich spannender, seine Figur driftet ins Triaden-Lager, sorgt dort durch seine Fight-Skills für Furore, und macht Kariere innerhalb der Hierarchie dieser Gangster, protegiert von derem Boss. Es ist irgendwie Anthony Lau´s Film, der hier intensiv und eindringlich agiert. Lau, der wohl eine der schillerndsten Karieren im Eastern-Business hinlegte, in allen Bruce Lee-Klassikern aus Hongkong mitspielend, dann bei den Shaw Brothers weiter reüssierend an der Seite von Alexander Fu Sheng, David Chiang, Ti Lung und Chi Kuan Chun. Hier hat Anthony indes "seine Personality-Show", und macht das doch ziemlich bravourös.

Weniger Screen-Time hat der sauberere Bruder des Anti-Helden, Li Hsiu-Hsien (aka Danny Lee), der nach Beginn und bis weit über die Hälfte des Films hinaus, gar abtaucht. Denn seine Figur durchläuft die Militär-Akademie, und greift erst nach Abschluss wieder ins Geschehen ein. So steht Li Hsiu-Hsien denn in diesem Film fast im Abseits, im Schatten von Anthony Lau, ´dessen´ Kariere in der Triaden-Hierarchie ja mehr Spannung, mehr Interesse, auslöst. Aber auch Danny spielt das intensiv, eine solide Leistung.

Die Triaden-Gangster, allen voran Vielfilmer und Genre-Ikone Ku Feng, der aber weniger diabolisch als sonst wirkt. Er ist hier mehr derjenige, der den Anti-Helden A. Lau protégiert, fast ein wenig als väterlicher Freund. Chiang Tao, gefällig wie immer sein Spiel, seine "böse" Mimik, doch bleibt seine Figur mehr am Rande. Mehr gibt da schon Chan Shen als eigentlicher Villain her, gegen den es dann zum Rache-motivierten Show-Down, zum Haupt-Endfight kommt, blutig und mit hohem Bodycount. Chan Shen, Easternfans und Anhänger der Shaw Brothers kennen sein bitterböses-bärbeißiges Spiel, seine entsprechende Mimik und das passte hier natürlich gut.

Die weiblichen Rollen sind nicht unwichtig: Als überforderte, arme Mutter der ungleichen Brüder agiert die Darstellerin Nam Hung, verhärmt alternd und abgekämpf, spielt diese Actrice das absolut überzeugend. Die bildhübsche Chow Lai-Kuen (aka Chou Li-Chien) ist hier die Geliebte des Anti-Helden. Als eines der leichten Mädchen im Dunstkreis der Triaden, ist zunächst nur ihre Attraktivität gefragt. Dann wird ihr Rollenbild größer, ihr "Ableben" wird zum Rache-Motor für Anthony Lau, und motiviert die blutige Action die daraus resultiert. Zudem ist die Missbrauchs-Szene und folgende Tötung hier nicht zimperlich in Szene gesetzt, heißt: Es wird fast alles gezeigt. Und eine Vergewaltigungs-Szene, immer eine schwierige Angelegenheit für die Actrice in der Opfer-Rolle, aber die junge Darstellerin meistert das überzeugend.

Gaststars und bekannte Shaw-Gesichter sind hier noch in einer von ihm gut gespielten Szene Wong Ching-Ho, und als Polizei-Chef Yang Chi-Ching, die beiden sind echte Shaw-Haudegen.

Die KungFu-Fightaction kommt auch vor dem blutig-dramatischen Endfight gegen die Chan Shen-Triaden nicht zu kurz. In einem reellen Streetfight-Stil gehalten, realistische Kampf-Szenen ohne Akrobatik und Rumgefliege, sind die KungFu-Techniken doch klar erkennbar. SO wird reell aber auch visuell ansprechend gefightet, dynamisch-rasant und mit dem nötigen Drive. Aber vor allem der vor dem Bruder-Finale gelagerte Fight Lau vs. Triaden, bietet kernige Fightaction, blutig und mit hohem Bodycount.

"The Brothers", überraschend gefällige Eastern-Kost. Leider eine annähernd unbekannte Rarität unter den gut 260 als ´echte´ Eastern zu klassifizierenden Streifen der Shaw Brothers. Aber mindestens "für Zwischendurch" ein unterhaltsamer Streifen für die eingefleischten Easternfans und Anhänger der Shaw Brothers. Knappe aber respektable 7 von 10 Punkten stehen da in meiner Bewertung zu Buche.

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