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"Van Damme is back! Physically and mentally!"

Diesen Satz wird jeder kennen, der auf regelmässiger Basis diverse Fun-Foren besucht. Für den Moment erstmal komisch zeigte sich doch auf längerer Basis das Van Damme mit seiner Selbsteinschätzung Recht behalten sollte. Denn nach dem soliden "In Hell" und überraschend gutem "Wake of Death" kann auch das neuste Werk des Roundhouse-Kicks-Verteilenden Belgiers überzeugen.

Schon an seinem ersten Arbeitstag als Sicherheitschef einer amerikanischen Botschaft tief in Moldawien, bekommt Sam Keen (Van Damme) allehand zu tun. Die Opposition des Präsidenten bringt mit einem Trick das Volk gegen ihn auf, welches gleich darauf versucht den Präsidentenpalast zu stürmen. Obwohl Van Damme den Präsidenten sicher in der amerikanischen Botschaft unterbringen kann, ist die Lage keineswegs beruhigt. Eher im Gegenteil. Die Miliz baut sich nämlich vor den Toren des Hauses auf und ist fest entschlossen selbiges zu stürmen. Der eingekesselten Marine-Einheit unter der Führung Keens, bleibt nichts anderes übrig als das Gebäude zu verteidigen bis Unterstützung eintrifft. Doch die ist 6 Stunden entfernt.

Schon nach dem Auftakt ist klar, das dies kein typischer Hau-Drauf Actioner wird, sondern viel mehr ein Kriegsthriller mit gekonnt platzierten Actioneinlagen. Die Story ist ausgefeilter als für einen B-Actioner üblich. So muss sich Van Damme nicht nur mit den Bösewichten, vor den Toren rumschlagen, sonder hat zudem noch mit Intrigen innerhalb der Mauern zu kämpfen. Gegen Ende gibt es dann sogar noch einen netten Twist zu sehen.

Die Actioneinlagen sind wie oben schon erwähnt gut über den Film verteilt und bieten eigentlich alles was man als Action-Fan so braucht. Großangelegte Schiessereien, Autojagden, gehetzte Verfolgungsjagden durch Tunnelsysteme und den ein oder anderen Faustkampf. So brutal wie in seinen letzten Filmen wird es allerdings nicht. Es gibt zwar auch Kopfschüsse und Messerkämpfe, die aber nur oberflächlich gezeigt werden.Von expliziten Gewaltdarstellungen wurde abgesehen. Der Blutgehalt ist für die FSK16 Freigabe entsprechend.

Qualitativ weiss der Film zu überzeugen. Besonders die Kameraarbeit lenkt vom niedrigen Budget ab. Mit verschiedenen Farbfiltern und TV-Kamera-Effekten kann der Film eine gute Stimmung rüberbringen, die die ausweglose Lage im Krisengebiet unterstreicht. Nur Hin und Wieder lassen sich ein paar billige CGI-Explosionen feststellen. Der Rest ist alles gute Handarbeit. Wo die Schiessereien gut choreographiert sind, fehlt es dem Regisseur aber beim Timing der Kampfszenen. Sehr schade ist nämlich, das der Endkampf zwischen Van Damme und dem Befehlshaber der Miliz stümperhaft inszeniert wurde. Der Kampf ist völlig falsch zusammengeschnitten und die Musik will das Gezeigte nicht unterstreichen. Da wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen.

Schauspielerisch geht Van Damme wieder zurück zu den Wurzeln. Dieses mal ist er wieder mehr harter Hund, als gebrochener Racheengel. Sein Schauspiel ist dementsprechend routiniert und ich wüsste nicht was er hätte besser machen können. Der restliche Cast bewegt sich auf durchschnittlichem B-Niveau.

Second in Command ist ein, bis auf kleine Mängel, guter, mal etwas anderer, B-Actioner und mit Sicherheit die Leihgebühr wert. Wenn Van Damme diese Qualität halten kann, wird man ihn ja vielleicht nochmal auf der großen Leinwand wieder sehen.
7/10

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