Knapp zwei Jahre war es sehr ruhig um Jean-Claude van Damme, da er nach dem guten B-Actioner " Wake of Death " kurzfristig eine kleine Drehpause eingelegt hat. Unter der Regie von Simon Fellows ( 7 Seconds ) meldet er sich nun mit " Second in Command " zurück. Meiner Meinung nach hat ihm die kleine Pause gut getan, denn wir bekommen hier einen van Damme serviert, der richtig fit ist. Auch ist der Film eines der besseren B-Movies im Jahre 2006, das Budget war auch recht ordentlich, aber in den Ostblock verzog man sich trotzdem. Aber trotzdem ist man hier immer noch viel besser beraten, als mit den momentanigen Seagal Movies. Fellows traue ich im B-Bereich auf jeden Fall eine erfolgreiche Zukunft zu.
Story:
In Moldavien ist die Hölle los und Rebellen wollen den Präsidenten ermorden, außerden herrschen überall Strassenkämpfe. Genau deswegen heuert man Sam Keenan ( Jean-Claude van Damme ) an. Er schafft es den Präsidenten sicher in die amerikanische Botschaft zu verfrachten, doch die Rebellen belagern das Gebäude und drohen mit Exekutierungen von Zivilisten, unter denen auch Sam´s Freundin die Reporterin Michelle ( Julie Cox ) ist. Jeder Fluchtversuch wird vereitelt und die Verstärkung ist auf dem Weg. Sam versucht mit allen Mitteln die Botschaft zu halten.
Als besonders innovativ kann man das Ganze Geschehen nicht bezeichnen. Selten gibt es Überraschungen, es fehlt die Dramatik und ein bisschen mehr Spannung würde auch nicht schaden. Aber Fellows liefert eine absolut gekonnte Umsetzung. Von Anfang an setzt man hier auf Action, so dass Durststrecken von vornherein keine Chance haben. Obwohl es anfangs so aussieht, gibt es diesmal keinen typischen Verräter. Nur die kleinen Twists zwischen Keenan und einem FBI Mann sind gegeben. Die kleine Lovestory mit der Reporterin Michelle existiert nur am Rande und stört nicht. Ganz klar ist aber, dass Michelle immer von Sam gerettet werden muss.
Mittlerweile habe ich mich schon an den Ostblock gewöhnt, oder besser gesagt wir müssen uns wohl daran gewöhnen. Die Atmosphäre und Kulisse ist stimmig. Es herrscht Krieg auf den Strassen, daher ist alles ziemlich verfallen. Leider bleibt der Look immer gleich. Der Score ist eine solide Untermalung, könnte aber besser sein, in Erinnerung bleibt er auf jeden Fall nicht.
Actionmäßig kann man sich hier nicht beklagen und es ist schön zu sehen, dass van Damme wieder kämpft und zwar ohne Double. Leider sind die Nahkämpfe viel zu kurz, wirken aber doch recht spektakulär, vor allem der Endkampf, welcher auch teils mit Messern ausgetragen wird, ist gut in Szene gesetzt. Ansonsten gibt es lange Shootouts mit vielen Toten, blutigen Einschüssen und Explosionen, daneben noch eine kleine Verfolgungsjagd mit Autos. Außer der CGI Explosion, als man den Tunnel sprengt, liefert uns Fellows nur handgemachte Explosionen. Nur bei den Heliszenen kommt wieder ein bisschen CGI zum Einsatz und natürlich Stock Footage, bleibt aber alles im erträglichen Rahmen.
Jean-Claude van Damme ist noch sehr gut in Form und zeigt dies auch hier deutlich. Oft kommt es nur auf ihn an und er wagt auch einige Alleingänge. Sein Schauspiel ist zwar nichts Besonderes, aber sympatisch. Der Rest des Feldes präsentiert sich auch auf glaubwürdigem Niveau, auch wenn es einigen Charakteren an Tiefe fehlt.
Fazit:
Kurzweiliger B-Actioner mit solider Story und nur kleinen Schwächen wie ein bisschen CGI oder Stock Footage, mangelnder Spannung und wenig Überraschungen. Dafür sehr actionstark und gut in Szene gesetzt. Ich war richtig happy van Damme wieder so in Aktion zu erleben, man hätte gerne noch mehr Fights bringen können. Auf jeden Fall der richtig Weg im B-Genre, davon bitte mehr.