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„Codename: Nina“ ist ein inhaltlich etwas flacheres, aber optisch schickeres Remake von „Nikita“.
Maggie Hayward (Bridget Fonda) ist ein Junkie und geht nachts mit ihrer Gang auf Raubzug in einer Apotheke. Doch dabei wird der Besitzer erschossen und Maggie ermordet einen Cop. Bei der Polizei fällt ihre kratzbürstige Art auf als sie einen Beamten angreift, ehe man sie zum Tode verurteilt. Man erfährt insgesamt recht wenig über die Heldin des Films und kann sich aus der Anfangsszene fast nur ein Bild ihres Elends, aber weniger ihrer Persönlichkeit machen.
Doch Maggie erwacht in einer seltsamen Zelle in der sie Bob (Gabriel Byrne) begrüßt: Sie soll von nun an als Killerin für die Regierung arbeiten – andrerseits findet ihre Exekution doch noch statt. Maggie willigt ein und wird in Benehmen genauso unterrichtet wie im Töten – auch wenn sie immer noch durch ihre ruppige Art immer wieder unangenehm auffällt. Die Ausbildung nimmt einen ziemlich großen Raum in dem Film ein und setzt wichtige Punkte: Er erklärt Maggies Ausbildung, aber charakterisiert sowohl sie als auch viele Figuren mit denen sie noch zusammenarbeitet.

Schließlich ist das Ende der Ausbildung gekommen und Maggie muss in einer Abschlussprüfung unvermittelt ihren ersten Auftrag erledigen. Von nun lebt sie unter einer Tarnidentität und soll auf Aufträge von der Regierung warten. Doch mit zunehmendem Privatleben fällt ihr die Aufgabe als Killerin immer schwerer...
„Codename: Nina“ erweist sich trotz der ziemlich langen Einführung als recht spannender Actionthriller. Vor allem gegen Filmende kommt der Film auf ein recht hohes Tempo, was ihn im letzten Drittel besonders spannend macht. Aber auch ansonsten gibt es keine größeren Längen, auch wenn „Codename: Nina“ nicht so spektakulär wie andere Actionreißer ist. Die Wendungen der Geschichte sind recht gut erdacht, auch wenn man sie zum Teil voraussehen kann. Optisch hat John Badham den Film auch gut in Szene gesetzt, wobei die Hollywoodoptik etwas ansprechender ist als die vom Original.
Inhaltlich ist der Film dagegen etwas mehr auf Hollywood gebürstet, weshalb die Geschichte durch ein paar Änderungen vor allem gegen Ende etwas glatter ausfällt als die des Originales. Dennoch können auch die Charaktere von „Codename: Nina“ recht gut überzeugen und sind keine flachen Abziehbilder. Vor allem Bob ist eine gelungen ambivalente Figur und sicherlich der am besten erdachte Charakter.

Die Action nimmt in „Codename: Nina“ genau wie in „Nikita“ keinen allzu großen Raum ein, wobei das Remake auch hier etwas aufwendiger ist. Es werden ein paar Stunts geboten sowie einige Shoot-Outs, die ziemlich gut choreographiert und schick inszeniert sind. Die 18er Freigabe ist nicht ganz gerechtfertigt, auch wenn der Film durch seine recht kaltblütige Art auffällt (vor allem in der Figur des Cleaner, den Harvey Keitel ähnlich seiner Rolle später in „Pulp Fiction“ darstellt).
Bridget Fonda macht ihre Sache ziemlich gut und liefert eine überzeugende Leistung ab, während Dermot Mulroney eher durchschnittlich und etwas blass durch den Film läuft. Die besten Schauspieler in dem Ensemble sind aber Anne Bancroft, Gabriel Byrne und Harvey Keitel, die mal wieder groß aufspielen. Die restlichen Nebendarsteller agieren allerdings auch alle recht überzeugend und bieten keinen Grund zur Klage.

So ist „Codename: Nina“ ein recht spannender Actionthriller mit schicker Optik, wenn auch etwas unspektakulär und etwas flacher als das Original.

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