Wie oft will dieser Ben Kingsley eigentlich noch den Juden spielen? Und wenn er schon mal dabei ist, kann er ja auch gleich mal wieder ein paar Inderrollen übernehemen?
Wie oft will Bruce Willis eigentlich noch den King-of-Cool mimen? Und wenn erschon mal dabei ist, kann er ja auch gleich noch ein paar Stirb Langsam Filme drehen? Oh Gott, er tut's ja wirklich!!!
Nun gut, zum Film selbst:
Er ist auf jeden Fall, was seine Auflösung betrifft, nicht wirklich großartig überraschend, dafür gibt er schon relativ früh, viel zu viele Details preis.
Diesen Anspruch muß er also recht früh begraben.
Aber: Er ist ungemein gut gemacht. Das geht schon mal in der musikalischen Untermalung los, welche genau im richtigen Moment die Spannungskurve mit anzuziehen in der Lage ist, geht weiter über die elegante Kameraführung, bis hin zur wunderbaren Ausstattung - sowohl der Räume als auch der Kleidung der Personen - welche sehr stark an die 70er erinnern, aber dennoch viel zu stylish sind, als dass man es tatsächlich zeitlich einzuordnen in der Lage wäre. Dennoch, all das fügt sich nahtlos und nahezu perfekt ineinander ein.
Wenn man mal von oben erwähnten Kommentaren absieht, ist auch die Besetzung ein absoluter Volltreffer, man sieht allen Beteiligten ihre Spielfreude regelrecht an, und die Dialoge machen einem einfach nur Spaß.
Das bringt uns zur Regie und der Handlung:
Ohne spoilern zu wollen, der Regisseur schafft es richtig früh, seine Unbarmherzigkeit zu offenbaren, was seine Filmfiguren angeht, doch für eine kurze Weile gelingt es ihm, den Zuschauer in Sicherheit zu wiegen, so dass man glaubt, man hätte es hier nur mit einer weiteren relativ flachen Gangsterkomödie, wie sie Ende der 90er Jahre den Markt überfluteten, zu tun.
Doch weit gefehlt, irgendwann mitten in der Handlung entwickelt der Film eine ungeheure Eigendynamik, die überhaupt keinen Platz mehr für auch nur die geringste Witzelei übrig läßt.
Zu unbarmherzig verfolgt die Handlung seinen vorgezeicneten Pfad. So einen radikalen Stimmungswechsel, ohne sein Genre zu verlassen, habe ich zuletzt im Film Ein Fall für Harper gesehen.
Hierbei legt die gesamte Crew eine beachtliche Leistung hin, und keiner versucht sich großartig zu profilieren. Und sogar Lucy Liu gelingt es hier, sich zu behaupten.
Ein ganz großes Kompliment also an den Filmemacher für so einen tollen Film, mit der ratlosen Frage: Wieso kam dieser Film - vor allem mit diesem Cast!!!!! - nie ins Kino? An der mangelnden Qualität kann es ja nicht gelegen haben, auch nicht daran, dass er erfolglos gewesen wäre... Also warum???? WARUM?????? WARUMMM KAM ER NICHT IN DIE KINOS?????
Ansonsten also 8 Punkte...