Das Lucky Number Slevin in Deutschland nicht in die Kinos gekommen ist, ist eine mittlere bis große Katastrophe. Mich würde brennend interessieren, was der ausschlaggebende Grund gewesen ist. In Lucky Number Slevin geht es um einen Mann namens Slevin, der zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein scheint. Eigentlich möchte er sich nur mit einem Freund in der Stadt treffen, jedoch wird er auf dem Weg dorthin ausgeraubt, alle Hinweise auf seinen Namen und seine Herkunft werden ebenfalls mitgenommen. Bei seinem Freund angekommen merkt er, dass sein Kumpel in riesigen Schwierigkeiten steckt, er den 2 größten Banden der Stadt Geld schuldet, und eine nervenaufreibende Nachbarin hat. Was dumm für Slevin ist, da seine Sachen gestohlen worden sind, denken alle er sei sein Kollege. So gerät Slevin immer weiter zwischen die Räder. Zu allem Übel wird ihm dann noch ein Killer auf den Hals gehetzt...
Wie meine kleine Intro-Geschichtseinführung vielleicht zeigt, der Film ist alles andere als schnurgeradeaus. Josh Hartnett, der Slevin darstellt, versucht sich sichtlich in diese Geschichtswendungen in seinem Charakter aufgehen zu lassen. Und das gelingt wunderbar. Trotz aller Schwierigkeiten, in die Slevin sich stürzt, bringt er immer wieder Sprüche, die die Balken biegen lassen. Der Film profitiert an sich sehr von dem genialen Cast. Die beiden Oberbosse der Gangs werden von den alteingesessenen Morgan Freeman und Ben Kingsley gespielt. Auch sie lassen all ihre Routine in ihre Rollen fließen. Man kann die Spannungen zwischen beiden Parteien an nur einem der beiden Schauspieler sehen, und das macht den "Krieg" um einiges ergreifbarer. Lucy Liu spielt die sehr durchgeknallte Nachbarin von Slevins Freund. Ich mag Lucy eigentlich nicht wirklich, aber hier hat sie eine Rolle gefunden, die ihr wirklich steht. Vorallem die maschinengewehrartigen Antworten, die sie auf jeglichen Spruch zurückgibt, sind einfach genüsslich. Der, welcher allen anderen Schauspielern jedoch die Show stiehlt, ist Bruce Willis als der Killer Mr Goodkat. Ich behaupte nun einfach mal, dass er nach John Mc Lane und Hartigan keine bessere Rolle hatte. Dieser Killer ist einfach ein Ebenbild von Coolness und Ruchlosigkeit, wer würde da besser hineinpassen als Bruce Willis. Vorallem durch ihn erhält Lucky Number Slevin eine ganz spezielle Note.
Neben den grandiosen Schauspielern hat Lucky Number Slevin aber noch viel mehr zu bieten. Zum einen sind dort die wirklich kultverdächtigen Gespräche zwischen den Charakteren. Wenn aus so schon sehr eingängigen Onelinern ganze Gespräche über 2 Minuten geführt werden, kann man denke ich schon davon ausgehen, dass diese Art Gespräch Pulp Fiction Niveau besitzen. Zum anderen findet man in Lucky Number Slevin eine Geschichte, die durchgedrehter kaum sein könnte. Alle 5 Minuten will ein anderer Charakter etwas von Slevin, so befindet er sich irgendwann in einem mexikanischem Unentschieden wieder, nur dass alle Waffen auf ihn gerichtet sind^^. Auch hier habe ich wahrscheinlich sei einer langen Zeit keine so gute Geschichte erzählt bekommen. Stellt sich am ende meiner Review nur wieder die Frage: WIESO WAR DER FILM NICHT IM KINO!?!?.
Jeder der sich mit Filmen auseinandersetzt muss diesen Film eigentlich gesehen haben. Wer die Möglichkeit hat sich die DVD aus einer Videothek auszuleihen: Sofort hin da. Die höchstnote bekommt der Film aber erst beim nochmaligen durchsehen. Bis dahin gibt es sehr gute:
Fazit: 9.5/10