Paul McGuigan kann mit
„Lucky Number Slevin“
vollends überzeugen.
Tradition verpflichtet!
Mancher mag durch Spitzfindig- und aufgesetzter Kritikfreudigkeit, auch diesem genialen Film, der eine ebenbürtige Hommage an „Pulp Fiction“ ist, was negatives abgewinnen, doch ist das meines Erachtens profilneurotisches Gesülze ohne Sinn und Verstand.
Was sollte, grob gesagt, ein guter Film haben?
Klar, zu aller erst wohl ein gute, schlüssige und somit interessante Story, welche den Zuschauer fesselt. Dies ist definitiv bei „LNS“ der Fall. Ein interessanter und innovativer Plot, der verschachtelt die Geschichte von zwei Gangsterbossen in einer Stadt erzählt und zielsicher die zentralen Charaktere präsentiert. Schöne „twists“, die den sowieso schon unterhaltsamen Plot positiv beeinflussen, runden die Sache perfekt ab.
Weiterhin sollte ein Film durch seine Schauspieler glänzen können. Hier bietet „LNS“ ein großes und erlesenes Sortiment an durchaus begabten Akteuren, die ihre Rolle authentisch und souverän zu meistern wissen. An oberster Stelle steht Bruce Willis in der Rolle eines undurchschaubaren Auftragskillers, aber auch Lucy Liu weiß neben dem eigentlichen Protagonisten Josh Hartnett, der einfach nur kongenial spielt, zu brillieren.
Alleine diese zwei wesentlichen Indikatoren für einen gelingenden Film, treffen auf „LNS“ definitiv zu. Zudem kommt eine mordsmäßige Portion bissigen Sarkasmus und gute Action hinzu.
Da stellt sich mir die Frage hinter welchem Mond manche Kritiker leben und einen Film, der nicht nur mich subjektiv, sondern auch den dargestellten objektiven Kriterien für einen entsprechenden Genrefilm, vollends zu genügen weiß, niedermachen.
Nur weil es Horrorfilme gibt, die Klassikerstatus haben, wie beispielsweise ein „Nosferatu“, wird man anderen Streifen des gleichen Genres, die demnach Elemente des Ursprungsfilms integrieren, in diesem Falle Vampire, nicht das Existenzrecht beziehungsweise das Fehlen der Innovation ankreiden. Ganz im Gegenteil erfreut man sich als Zielgruppe eines Genres, wenn ein Streifen in der Tradition eines gelungenen Vorgängers steht und Elemente herausfiltert, die sich bewährt haben (das nennt man auch Wiedererkennungswert, was übrigens ne tolle Sache ist, weil der sogenannte "AHA-Effekt" dadurch auftritt) . Dies tut „LNS“ auf alle Fälle, aber kann zudem mit einer eigenen Storyline aufwarten und auch überzeugen...
Kurz: Ich verstehe das Genörgel nicht. Zuversichtlich macht mich die Tatsache, dass viele dies wohl ähnlich sehen und der Filmgeschmack der meisten wohl nicht so heruntergekommen ist, wie vermutet werden könnte.
In einem Punkt muss ich den Kritikern jedoch zustimmen; den meisten neueren Filmen fehlt es wirklich an Innovation und Qualität in jeglicher Hinsicht, doch „LNS“ ist fernab von dieser Feststellung- eine seltene Ausnahme!
10 Punkte!