Review

Inhalt:
Nach Jahren der schrecklichen Geschehnisse des ersten Teils zieht wieder eine Familie in das Haus in der Elm Street, in welchem damals alles zusammenlief. Und wieder sorgt Freddy Krueger für Unfrieden, wobei er es diesmal besonders auf den Sohn der Familie abgesehen hat, denn mit ihm hat er große Pläne...


Kritik:
Dieses war der erste Teil der Reihe, den ich gesehen habe. Damals war ich in der 7. Klasse und ein Kamerad erzählte mir von dem Mann mit dem Narbengesicht, worauf ich meine Mutter anhaute, mir auch mal den Herren nach einem Videothekenbesuch vorzustellen und sie brachte mir halt diesen Teil mit. Und ich war begeistert von dem Gesehenen. Daher legte ich den Film heute nach Jahren mit einer gewissen Vorfreude in meinen DVD-Spieler hinein und muss sagen: Hmm, den hatte ich aber besser in Erinnerung!

Bei der Grundidee für den Film kann man geteilter Meinung sein. Freddy Krueger will die Teenager nicht mehr persönlich in den Träumen heimsuchen, sondern möchte in den Körper eines Milchgesichtes schlüpfen ("Du hast den Körper, ich das Gehirn." oder so), um so unter den Jugendlichen aufzuräumen. Dadurch wollte man wohl etwas neues in die Reihe bringen und sich nicht auf das bloße Kopieren des erfolgreichen Erstlings beschränken, aber wer die Reihe kennt und mag der möchte halt solche gravierenden Änderungen nicht (siehe auch bei ähnlichen Reihen wie "Halloween" oder "Freitag der 13.") und daher gilt dieser zweite Teil als der schlechteste, wovon ich mich erst noch überzeugen muss, da ich die anderen Teile lange nicht mehr gesehen habe.
Im direkten Vergleich zum ersten Teil verliert die Fortsetzung auf jeden Fall. Dabei fängt der Streifen recht vielversprechend an.
Die erste Traumsequenz unseres Hauptcharakters, in der er mit dem Schulbus unterwegs ist, wobei sich Freddy als Fahrer entpuppt und mit ihm und zwei Mädels in die Landschaft rast, mit dem Ergebnis, dass der Bus auf einer Felsturmspitze landet und in die Tiefe zu stürzen droht, was aber noch das kleinere Übel wäre, denn Herr Krueger wetzt auch seinen Handschuh, ist düster und bedrohlich umgesetzt (ich wollte doch mit diesen verschachtelten Sätzen aufhören!).
Das wars dann leider auch schon mit tollen Traumsequenzen, denn später nimmt Freddy Besitz von dem Knilch und er begeht Morde in dessen Körper. Da die Nightmare-Filme aber von den phantastischen Traumsequenzen leben, ist diese Vorgehensweise natürlich nicht gerade vorteilhaft.
Dafür wurden hier einige Elemente der Spukhausfilme eingebaut, z.B. ist es in der Butze immer unerklärlich heiß (einmal schmilzen Lampen und eine Langspielplatte), die Kanarienvögel drehen durch und explodieren in der Luft oder der Toaster fängt Feuer, obwohl der Stecker nicht eingesteckt ist. Diese Ideen finde ich allerdings als Fehl am Platze, weils wie gesagt nicht zu Freddy passt.

Anders als im ersten Teil wurden diesmal einige komische Szenen eingefügt. So ist das Verhalten der Eltern des Hauptdarstellers häufig sehr überzogen, es gibt einen kleinen Running Gag, der die Betrafung mit Liegestützen beinhaltet oder unser Held wird beim "Aufräumen" von Muttern und seiner Freundin überrascht. Dadurch wird der stellenweise sehr düsteren und bedrohlichen Grundstimmung einiges an Wirkung genommen. Die flotten Sprüche Freddies, die es in den weiteren Teilen gibt, werden hier noch nicht gerissen.
Apropos, was ich wirklich als gelungenen Aufheiterer ansehe, ist die Szene, in der unser Held im Unterricht einschlummert und eine riesige Schlange sich um seinen Körper schlingt. Der Zuschauer denkt: "Oh, was für ein grausamer Traum!", doch das ganze entpuppt sich als real entlaufenes Objekt des Biologieunterrichtes.

Die größte Stärke dieses Teils sind zweifelsohne die Effekte, die im Erstling noch eher mäßig waren. Diesmal züpft sich Freddy mal eben die Kopfhaut ab, um sein Gehirn freizulegen und der schwule Sportlehrer wird in der Dusche aufgeschlitzt (wobei bei dieser Szene das vorherige Popoklatschen mit dem Handtuch eher komisch wirkt, was vielleicht aber auch nur daran liegt, dass mich das an eine Szene bei den "Simpsons" erinnert, bei der Homer einen Austauschschüler mit diesem Utensil kichernd jagt).
Richtig zur Sache geht es dann gegen Ende, als Herr Krueger aus seinem Gastköper schlüpft und auf der Poolfeier mit seinem Handschuh und einigem Buden- bzw. Gartenzauber zum ungekrönten Partylöwen wird. Hier sind die Effekte, besonders die Schlüpfszene, allererste Sahne.
Dann gibt es noch einige Effekte, die zwar recht gut gemacht, aber irgendwo überflüssig sind, wie beispielsweise die Hunde mit den Menschenköpfen oder die Monstermaus, die von einer Monsterkatze gefressen wird. Das ist zwar nett anzuschauen, bringt aber weder die Story weiter noch sorgt dies für Grusel, sondern dient wohl nur dazu, das Können der Puppenbastler zu zeigen (ich glaube uns Kevin Yager [der, der den Crypt-Keeper bastelte] hatte hier seine Finger im Spiel).

Die Darsteller vergisst man schnell wieder, da sie keine Glanzleistungen abliefern, bis auf Robert Englund, der einfach Freddy Krueger ist und hier auf Grund seiner Gnadenlosigkeit und das bereits erwähnte fehlende Sprücheklopfen sehr bedrohlich rüberkommt. Seine Maske ist schaurig gut und wird stellenweise sehr gut in Szene gesetzt, z.B. wenn er vor oder hinter einem Feuerchen steht.

Ich komme zum Ende des Films und der Kritik. Das Ende ist vorhersehbar und klar wie Kloßbrühe. Natürlich ist die Liebe stärker als das Böse und alle sind glücklich, doch dann gibt es noch das horrorfilmtypische böse Ende, welches mich in meiner Jugend sehr erschrak, mir heute nur noch ein müdes Lächeln abverlangt und sich so die Kritik mit dem Verweis auf den Anfang (s.o.) wie ein Kreis schließt.

Nun mein Fazit: Auch wenn ich die anderen Teile noch nicht wieder geschaut habe, sage ich einfach mal, dass der zweite Teil der schwächste der Reihe ist, da er von der Story und der Atmosphäre nicht mit dem ersten mithalten kann, aber auch nicht die phantasie- und humorvolle Leichtigkeit der nachfolgenden Teile aufweist. Es geht auch Krueger...

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