Schnell schob man 1985, nach dem großen Erfolg von „A Nightmare on Elm Street" den zweiten Teil von „Nightmare" hinterher. Das Wettrüsten der Teenhorror-Produzenten war im vollen Gange, gab es doch Mitte der Achtziger eine Neuproduktion nach der anderen aus den Reihen „Freitag, der13." Und „Halloween". Bei den Fans war „Freddy's Revenge" nicht sonderlich beliebt. Drehbuch und Regie wurden nicht mehr vom Ideengeber Wes Craven ausgeführt. Regisseur Jack Sholder und Drehbuchautor David Chaskin hatten so ihre eigenen Vorstellungen und Ideen.
Die Familie Walsh zieht fünf Jahre nach den mysteriösen Geschehnissen um die Familie Thompson in deren Haus in die Elm Street. Freddy Krueger versucht diesmal über die Persönlichkeit des halbwüchsigen Sohns der Familie, Jesse, die Macht zu erringen. Die Morde, die Jesse dabei begehen muss sind allerdings ganz real. Jesse erlebt die Morde in seinen Albträumen, während Krueger Jesse so vereinnahmt, dass er sich allmählich durch Jesse verkörperlicht. Ausschließlich seine Freundin Lisa glaubt an die Existenz Fred Kruegers. Sie glaubt daran, dass Jesse kein irrer Psychopath - kein Mörder ist.
Die Macher dieses zweiten Teils sind hier etwas von der ursprünglichen Idee abgedriftet. Krueger sucht nur noch einen Jugendlichen auf und das mit anderen Absichten. Er will ihn nicht im Traum töten sondern ihn dazu manipulieren, seine Morde Real zu begehen - sich am Ende dann aber so weit über ihn zu bemächtigen, dass er über seine Person in die Realität zurückkehrt. OK, das kann man natürlich verfilmen, aber man muss dabei auch eine gewisse Linie beibehalten. Wen tötet er und warum? Warum muss der Sportlehrer dran glauben? Die Geschichte hat einige Logikfehler und nichts von der Faszination des ersten Teils. Zu gute halten muss man aber Regisseur Jack Sholder, dass er viel von der düsteren Traumstimmung des ersten Teils mitnahm und so wenigstens atmosphärisch etwas bieten konnte, was man nach dem ersten Teil erwarten konnte.
Was bleibt ist durchschnittlicher Teenhorror. Die Trauben hängen hoch nach einem Erfolg wie „A Nightmare on Elm Street". Jack Sholder war nicht in der Lage den hohen Erwartungen des Publikums zu entsprechen. Trotzdem noch zwei Besonderheiten: Freddy trug diesmal keinen Handschuh. Die Messer wuchsen ihn direkt aus den Fingern (Dabei war doch der alte Messerbesetzte Handschuh echt Kult). Der Name Springwood tauchte erstmals auf: Der Name der Stadt in der Freddy Krueger sein Unwesen treibt und der seit der Serie in aller Munde ist, wurde im ersten Teil mit keinem Wort erwähnt.
Fazit: Durchschnittlicher Teenhorror - von „Nightmare" erwartet man aber mehr!