Review

Ach dieser Jack Sholder. Da will ich mir eine gemütliche Gänsehaut verschaffen und werfe Nightmare 2 in mein Laufwerk - und dann erscheint dieser Name. Ja, und schon hatte ich sie, meine Gänsehaut. Denn der Name ließ mich an den kürzlich ertragenen Wishmaster 2 denken. Ein Machwerk, dessen Qualität sich im untersten aller Bereiche ansiedelte. Gut, wenn man sich den Kerl mal ansieht muss einem doch schon klar werden: Von so einem lass ich mir vielleicht einen Kredit andrehen, aber doch nicht schon wieder einen 2. Teil eines gelungenen Horrorfilms.

Doch die ersten Minuten stimmen versöhnlich. Es wird Alptraum-Sequenz an Alptraum-Sequenz gereiht, und so etwas wie Langeweile kommt vorerst nicht auf. Auch sind einige selbstreferenzielle Gags auf das Horrorgenre und die Erwartungshaltung an einen Nightmare-Film extrem lustig und gelungen (die Schlange, der "Sturz" am Ende). Krueger hat zwar eine etwas eigenwillige Synchronstimme und lässt den Humor der späteren Folgen vermissen, aber störend fand ich das kaum - vor allem weil dies das Geschehen des Öfteren ins Lächerliche abgleiten ließ. Die Geschichte an sich ist zwar unlogisch, eine Stringenz zum ersten Teil kaum vorhanden, aber dennoch recht atmosphärisch gelungen. Doch Sholder wäre nicht Sholder, würde er den Karren Schlußendlich nicht doch in Dreck fahren.

Der auffälligste störende Punkt sind die Darsteller (naja, und deren schreckliche Klamotten - zum Glück hatte ich keinen Korkenzieher zur Hand, sonst wäre es um meine Augen geschehen). Jesses Verhalten mag Anfangs noch nachvollziehbar sein, später geht er einem mit seiner dauernden Geheimniskrämerei und der "ich krieg das alleine hin"-Mentalität ziemlich auf den Keks. Daß er zusätzlich das weicheiigste Milchgesicht ever seen on TV ist, trägt seinen Teil zur Abneigung bei. Seine "Freundin" steht im da in nichts nach. Klar, sonst beschwert man sich immer, dass es die gleichen stereotypen Beautys sind die in diesem Genre gemeuchelt werden, aber das hier ... . Dann doch lieber wieder ein paar Models. Zudem ist ihre Sympathie gegenüber dem ewig murrenden, grummligen Protagonisten nicht nachvollziehbar (sein Vater hat schon Recht, wenn er ihm den Hosenboden versohlen will!). Dann diese dauernden homoerotischen Untertöne. Mag ja alles sehr progressiv (und - vokativ) gemeint sein, aber wenn das maximal mögliche punishment beim schwulen Sportlehrer auf ein mit-dem-Handtuch-auf-Arschbacke-schlagen hinausläuft, dann sag ich mal "Gute Nacht, Atmosphäre!". Klar sind einige Effekte gelungen, aber irgendwie wirken sie einfach nicht so, wie man ob der teilweise düsteren Stimmung erwarten sollte. Höhepunkt des erstaunlich blutleeren Films ist dann wohl Freddys Manifestierung auf einer Gartenparty, bei der man Zeuge des unblutigsten Gemetzels seit Einführung des 18er-Stickers wird. Einfach nur bescheuert und vor allem bar jeden Sinns.

Zum Glück gibt es da noch das Ende, das dem Film den finalen Todesstoß versetzt. Die Liebe siegt über alles? Wenns so einfach geht, frage ich mich, wie es Krueger schaffen konnte noch dermaßen oft auf der Leinwand vor sich hin zu morden. Absolut lächerlich - bzw. zum weinen. Aber irgendwie gönn ich den beiden ihre Liebe. Die haben sich echt verdient!  Kein Zusammenhang mit dem Vorgänger, kaum Blut und ein selten dämliches Ende: Alles in allem also ein typischer Sholder.

Details
Ähnliche Filme