Fortsetzungen guter und erfolgreicher Filme haben es immer sehr schwer. Besonders im Bereich der Slasher gab es deshalb nach erstklassigen Originalen unzählige Gurken zu verzeichnen. "Nightmare 2 - Die Rache" stürzt da nun nicht völlig ab, aber ein wirklich würdiger Nachfolger zu Wes Cravens "A Nightmare on Elm Street" ist er auch nicht gerade.
Sehr spürbar hapert es bereits an der Gesamtmotivation, die der Film allgemein so versprüht. Da fühlt man weniger engagierte und begeisterte Filmemacher, sondern vielmehr träge Socken, die sich aus Geldgründen irgendwie genötigt sehen, auf Biegen und Brechen unbedingt einen zweiten "Nightamre"-Streifen runterzukurbeln. Dabei schläft man teilweise entweder fast ein oder bricht und quält sich aus Einfallslosigkeit mühsam einen ab. Ergebnis: Inszenierung lau, Wirkung mau, Unterhaltungsgrad flau. Geschwindigkeit nimmt der Film erst relativ spät auf, als Freddy aus Jesse herausbricht. Hier muss man zugeben, einen wirklich gelungenen Effekt, obwohl die Tricks ansonsten der heutigen Zeit deutlich hinterher laufen, und die wohl beste Szene insgesamt serviert zu bekommen.
Betrachtet man alleine die Story, so lässt sich zum Original und zu den anderen Fortsetzungen durchaus ein Unterschied feststellen. Hier terrorisiert Freddy sein Opfer Jesse zwar anfangs auch in seinen Träumen, benutzt seinen Körper jedoch nur, um in der Realität sein Unwesen treiben zu können. Das Ganze hat nur den Nachteil, dass alles hier lediglich auf einen müde agierenden Protagonisten fixiert ist. Die Gefahr des Einschlafens und auch des Traumes selbst verliert mit der Zeit ihren Reiz, da Freddy seine Opfer nur durch Jesse erreichen kann.
Um nun nicht zu stark abzuwerten, lassen sich neben dem erwähnten Herausbrechen von Freddy aus Jesses Körper oder auch seinem Erscheinen auf einer belebten Swimmingpoolparty aber dennoch weitere Lichtblicke finden. So wird auf das Vermischen von Traum und Wirklichkeit zu Beginn noch sehr viel wert gelegt, wodurch sich in einigen Momenten eine ordentliche Atmosphäre aufbauen kann. Zudem wird die bekannte, eigentlich in jeder Fortsetzung immer wieder auftauchende Freddy-Strophe von dem seilspringenden Mädchen gesungen. Und was in den weiteren "Nightmare"-Filmen einige Fans zum Teil bitter aufstoßen ließ, fehlt hier noch fast gänzlich - der Humor Freddy Kruegers.
So hat "Nightmare 2" immer noch einige Vorzüge. Größtenteils jedoch macht diese erste Fortsetzung einen sehr unmotivierten Eindruck und ist mit Sicherheit nicht zu den Highlights der Reihe zu zählen. Wenn es danach geht, sollte man lieber zum dritten Teil greifen.