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Fünf Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Teil zieht eine neue Familie ins Haus in der Elm Street. Darunter auch Jesse und der Teenager hat alsbald Alpträume von einer monströsen Gestalt mit Messerhandschuh, welche sich seiner bemächtigen will. So will Freddy seine Mordserie in der Realität fortsetzen, was der Jüngling mit Freundin Lisa zu verhindern sucht.

Nach dem Erfolg des Erstling strebte Produzent Robert Shaye schleunigst eine Fortsetzung an. Schöpfer Wes Craven allerdings missfiel das Skript und so ließ er davon ab, wieder die Regie zu übernehmen. Verständlich, wenn man sich das Endprodukt ansieht, das dann von Jack Sholder inszeniert wurde.
Dabei ist es zwar den Machern durchaus anzurechnen, dass sie sich nicht in einer simplen Wiederholung ergehen. Die neuen Ideen funktionieren für mich allerdings einfach nicht. Dass Freddy hier durch Jesse in die Realität kommen will, untergräbt die tolle Prämisse aus dem Erstling und beseitigt somit auch das Spiel mit Traum und Realität. Der Plot ist recht lieblos konstruiert und stolpert vor sich hin, das aufspielende Ensemble fällt im Vergleich zum Vorgänger ebenfalls merklich ab. Mark Patton in der Hauptrolle als Jesse ist überwiegend frei von Charisma, sein Spiel wirkt szenenweise unfreiwillig komisch. Dazu nervt sein väterlicher Erzeuger mit starrsinniger Inkompetenz, sein Freundin Lisa ist wenig hilfreich und schnell vermisst man die im Vergleich angenehm geerdeten Figuren von früher. Robert Englund darf wieder den verbrannten Killer mimen, seine Auftritte werten das Ganze etwas auf, sind unterm Strich aber wenig beeindruckend geraten. Vielleicht auch, weil er wenig bedrohlich wirkt, wenn er auf einer Gartenparty um den Pool läuft oder einen Tisch abräumt. Man wusste wohl nicht so recht, wie man das hier weiterführen sollte und bricht mit eingeführten (und später wieder aufgenommenen) Regeln. So geht dem Szenario das (Alb-)Traumhafte dann leider auch völlig ab.

Auch leidet Sholders Film an Unentschlossenheit. Je nach Lesart bietet „Freddy's Revenge“ einen klaren  homosexuellen Subtext, der sich in diversen Vorkommnissen und Handlungsweisen der Figuren manifestiert. Damit geht das Skript allerdings so unsicher um, dass sich diverse Deutungsrichtungen in seiner Aussage (so es denn eine gibt) ergeben. Ist es die gesellschaftlich aufoktroyierte Unterdrückung seiner Identität oder bekämpft Jesse die sexuelle Orientierung selbst? Welche Seite Freddy dabei repräsentiert lässt sich da schwerlich herauslesen, irgendwie alles und nichts. So wirkt das Werk auf diesen Punkt bezogen seltsam orientierungslos.
Nichts gegen die Idee, hier eine Coming-of-Age Geschichte einzubauen. Nur leider hat man darüber wohl die Zutaten vergessen, die einen Nightmare-Film ausmachen. Zwar war es bei Erscheinen dieser Fortsetzung noch nicht die Reihe, auf die man heute zurückblickt, doch hätte man dennoch nicht einfach alle im Vorgänger etablierten Mechanismen über Bord werfen müssen.

Was die Effekte angeht, so hat der zweite Teil der Reihe immerhin mal was zu bieten. Wie Freddy sich aus Jesse herausschält macht schon was her, generell ist das Make-up gelungen und hier und da suppt es auch in rötlichem Ton, wenn auch nicht sonderlich ergiebig.
Leider bietet diese erste (schnell nachgeschobene) Fortsetzung auch atmosphärisch nicht viel und so gehört der Teil nicht zu den unbedingt sehenswerten Einträgen rund um den Killer mit dem gestreiften Pullover.

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