Nach dem spannenden Roman von Alistair MacLean entstand das Drehbuch zu " Bear Island ", ein völlig zu unrecht unbekannter Film mit tollen Darstellern. Auf jeden Fall eine DVD Auswertung wert, welche ich mir auch zulegen würde. Regie führte Don Sharp ( Ich Dr. Fu Man Chu ) und die Produktion selbst teilten sich die Kanadier und Engländer. Den Film in ein Genre zu stecken ist sehr schwierig, denn man könnte ihn als Abenteuer, Spionage, Thriller oder auch Actionfilm einstufen. Man hat hier recht gekonnt von Vorbildern wie " James Bond " etwas zusammengeklaut und in eine gute Story gepackt. Das Ansehen lohnt auf jeden Fall
Story:
Frank Lansing ( Donald Sutherland ) ist Meeresbiologe und nimmt an einer Forschungsreise auf die Bäreninsel teil, vor allem um dort das U-Boot seines Vaters zu finden, welcher dort im zweiten Weltkrieg stationiert war. Mit dabei ist die vertrauenswürdige Dr. Lindquist ( Vanessa Redgrave ), der Leiter Otto Garren ( Richard Widmark ), ein russischer Forscher ( Christopher Lee ), der Ami Smith ( Lloyd Bridges ) und viele mehr. Bald ereigenen sich seltsame Morde auf der Insel und bald kommt Frank dahinter, dass eine Naziorganisation unter der Leitung von einem gewissen " Zelda " sich das Gold holen will, welches in den U-Bootbunkern liegt. Doch Niemand weiss wer " Zelda " ist und jeder scheint verdächtig.
Die Story ist richtig gut und erinnert entfernt an James Bond, überhaupt hat man sich hier und da etwas bei 007 abgeguckt. Nur wir Deutschen kriegen wieder unser Fett weg, da wir die zentrale Bösewichtsrolle einnehmen. Aber interessant ist das Ganze trotzdem und man ist als Zuschauer wirklich überrascht, welche Tatsachen die Ermittlungen im Laufe des Filmes zu Tage fördern. Es geht um viel mehr, als nur um Gold, außerdem ist sehr schwierig zu erraten, wer nun " Zelda " ist, ich bin erst sehr spät darauf gekommen. Daher bleibt der Film spannend, von Anfang bis Ende. Die Schattenseite und eigentlich das einzige Manko ist die langsame Erzählweise, denn es tuen sich hier und da ein paar kleine Längen auf.
Die eiskalte Kulisse ist dafür sehr prachtvoll und bietet einige wirklich tolle Aufnahmen. Alles wirkt sehr authentisch, dazu altmodisch und sehr detailgetreu. Auch die U-Boot Bunker machen so einiges her, selbst den Kunstschnee erkennt man nicht als Solches. Der Score ist rein instrumental und hat tolle Melodien in Petto, vor allem viele Verschiedene.
An Action ist nicht übermäßig viel vorhanden, aber gut im Film verteilt. Kleine Keilereien, ein paar Morde, kurze Schusswechsel, große Explosionen und eine lange Motorschlittenjagd. Hier ist alles noch handgemacht und die kleinen Längen werden durch das actionreiche Finale wieder recht gut ausgeglichen. Trotzdem hätte etwas mehr Action nicht geschadet.
Die Darsteller sind erste Sahne und obwohl man Donald Sutherland die Heldenrolle nicht wirklich zutraut, um so mehr überrascht ist man hinterher, denn er schlägt sich sehr wacker. Noch andere Größen wie Richard Widmark, Vanessa Redgrave und Christopher Lee sind mit an Bord, daneben agiert noch der humorvolle Lloyd Bridges.
Fazit:
Schade dass so wenige Leute " Bear Island " kennen, der sogar entfernt ein bisschen an einen James Bond Fall erinnert. Super Darsteller, gute Story, eiskalte Kulisse und ein toller Score. Leider treten vereinzelt ein paar Durststrecken auf und ein bisschen mehr Action wäre nicht schädlich gewesen. Trotzdem bleibt der Film spannend und trumpft vor allem mit einem langen und actionreichen Finale auf. Zudem bietet er von jedem Genre etwas an. Es ist Geschmackssache, aber mir hat es sehr gut gefallen.