Die Côte d’Azur der Schauplatz, Jet-Set Domizil der Schönen und der Reichen, Wirkungskreis der Playboys, Tourismusmekka; Danny Wilde bereits auf Beuteschau, beim Gucken und beim 'Angeln'. Ein Scharfschütze, “ein mit Zielfernrohr Entschlossener, ein Froschmännlein“ unterbricht die Unterhaltung, Wilde und Lordschaft Sinclair im Sprint, macht man “den großen Hoppelmann“, die erste Hatz entspinnt. Action zu Wasser, in der Luft und auf dem Lande, die Polizei ist auch schon am Start, die Handlung beginnt.
“Geschäfte mit Napoleon“ lautet die Folge ursprünglich, Episode 2, gedreht von Roy Ward Baker, geschrieben von Val Guest. “Ich will Urlaub machen, weiter nichts. Den hab ich mir auch sauer genug verdient.“ - “Vielleicht wollte dir jemand zum ewigen Urlaub verhelfen.“ Sinclair vermutet einen Fehlschuss des verschwundenen Attentäters, dass das eigentliche Ziel noch am Leben und mit Kalauersprüchen und Koteletten an der Seite noch fröhlich per Rückprojektion im Auto unterwegs ist. Geistesblitze und anspruchslose Scherze geben sich die Hand, Engländer und Amerikaner, zwei Völker entfremdet durch eine gemeinsame Sprache, die Bewegung ist zahlreich, eine Diskussion im Büro, ein Besuch im Krankenhaus, die Verletzte eine 22jährige Kunststudentin, die aussieht und spielt und heisst wie Susan George. Andeutungen und Beweise, Ermittlungen und Befragungen, Familien und Kriminalität, grenzüberschreitende Groschenroman-Erzählungen von Anno Tuck, “dunkel ist ihrer Rede Sinn.“ In der Hauptrolle der nächste James Bond und ein alternder Hollywoodstar mit Doppelkinn. (Überlegt wurde neben Curtis auch Rock Hudson und Glenn Ford.)
Es geht um millionenschwere Goldgeschäfte, um Syndikate, um 'Dorfpolizisten' von der Riviera, um zu viel Gesehenes und Ablenkungsmanöver. Bald wird man von einem rasenden Wagen an einem Straßencafé aufs Visier genommen, und stapft in die Höhle des Löwen, vorherrschend wird mit Dialogen und einzeln voneinander gearbeitet, farblich dominieren das Beige und das blasse Mint. Der ehemalige Sportler Curtis muss später auch sportlich, bei Prügeleien mit Grobianen (“Ziehen Sie mir nicht den Flügel so lang, ich kann ja nie wieder den Schwan spielen.“), bei wilden Zeitraffer-Verfolgungsjagden vor der berühmten Rückprojektion, und einer Einbruchsaktion in das Versteck der Verbrecher auch durchaus gewagt und in luftiger Höhe ran, eine längere Turnaktion, für einen Schauspieler schon ein Husarenstück, durchaus ein gewagter Stunt. (Hudson hätte das zwanzig Jahre vorher auch gekonnt, Ford eher fraglich, Moore wäre wahrscheinlich abgestürzt und heute nicht mehr lebig.)
Scharf geschossen und um die Wette gespurtet wird auch in der Folge 5 “Die tote Tänzerin“, dabei eher zufällig der Körper einer jungen leblosen Frau treibend im ansonsten klaren Wasser entdeckt, ein Störfaktor in der höchst beschaulich-attraktiven Umgebung, ein grausamer Einfluss des stets allgegenwärtigen Verbrechen, ein abscheulicher Schandfleck. Die Rettung kommt trotz eiliger Maßnahmen zu spät, doch die Ermittlung des oder der Täter und die Dingfestnahme ist noch machbar und auch nötig. Die lokale Polizei ist schon dran am Fall, Wilde und Sinclair, Curtis und Moore, Autor John Kruse und Regisseur Basil Dearden werden auch hellhörig.
Vermutet wird ein Unfall, ein “Schnellkurs für's Ertrinken“, seitens der Gesetzeshüter zumindest, ein Trick, ein Kniff, eine Finte, ein Hebel zum Ansporn der beiden Glücksritter (“Sieht aus, als ob sich da zwei gefunden haben.“), ein das Vortäuschen falscher Tatsachen, das merkt der kundige Zuschauer schon beizeiten beim mintfarbenen Einrichtungston, das sieht schon ein Blinder. Gezielte Wühlarbeit durch den hier deutlich besser gekleideten, geradezu modern ausstaffierten Amerikaner und dem blassen “Ritter vom Hosenbandorden“ führt erstmal in den anrüchigen Tanzclub, es wackeln die Hupfdohlen mit Hüften und Popöchen. Aber auch in besseren Kreisen spielt man bald Detektiv, führt die nächste Spur der Verwüstung in eine luxuriöse Landvilla, geführt von einer bekannt merkwürdigen Person, der Eingangsbereich voll mit ausgestopften Vögeln und Zwitschern vom Tonband, daneben zum Warten der gleichsam große Salon, “Ich küsse Euch das Brustbein, Lord.“
Der Fall ist interessanter, da persönlicher als das Geschehen zuvor, die erneut blonde junge Frau in der Mitte der Handlung zwar auffällig schlechter spielend und (durch unvorteilhaft Frisur und Make-up verunstaltet) nicht hochattraktiv, aber nicht störend platziert, das Vorgehen der Persuaders abermals getrennt, aber hier zumindest beide mit Tun und Werken und mit ihren jeweiligen Mitteln und Wegen aktiv. Es gibt tatsächlich eine Mördersuche, die Ratefüchse haben hier auch etwas Beschäftigung, es gibt unsichere personelle Konstellationen und Konsequenzen, sowie unerbetene Gäste.