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Heute fährt die U-Bahn bis nach Istanblut


„Death Line“ aka „Raw Meat“ aka „Tunnel der lebenden Leichen“ ist ein kannibalischer U-Bahn-Terror-Vorreiter und ein bedeutender Wegweiser dieser Gattung und im erweiterten Sinne auch von wesentlich berühmteren „Nasties“ wie „Anthropophagus“ oder „The Hills Have Eyes“. In der Londoner U-Bahn verschwinden Leute - und ein akribischer Inspector kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur in Verbindung mit einem Schachteinsturz vor über 100 Jahren…

Dunkle Gänge, enge Korridore, wenige Lichtquellen und verlassene Bahnsteige, alte Tunnel und schreckliche Unglücke, verkommene Menschen und tragische Monster. Dazu Scotland Yard und ein guter Schuss britischer, trockener Humor. Fertig ist dieser Bahnschrecken aus dem Vereinigten Königreich. Garniert mit zwei seiner größten Stars und ein paar für seine Zeit unfassbar garstigen Bilder voller Leichen, Würmer und zerfressener Gesichter. „Death Line“ stand ewig lang auf meiner Liste und war/ist hierzulande leider eine Rarität. Dennoch werden hier schon etliche Muster stilvoll und schaurig vorweggenommen, die sich einige wesentlich berühmtere Titel und Macher sehr genau angeschaut haben müssen. Kommt zudem erfreulich in unter 90 Minuten ins Ziel und tropft nur so vor Vibe, Feeling, Unwohl. Und ähnlich einem „Phantom der Oper“ schwingt auch immer eine gehörige Portion Tragik und Traurigkeit mit. Das hat alles was. Selbst wenn die Gangart jetzt nicht Galopp ist. 

Fazit: britischer Genrejuwel, gleichermaßen voller Atmosphäre und Schmodder. Klares Vorbild für „Creep“, „End of the Line“, „Stag Night“ und „Midnight Meat Train“. Für 1972 ein echtes Brett. Ein Vorreiter zwischen Schatten, Schreien und Stationen! 

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