Totentanz der Vampire erzählt in 4 zusammenhängenden Episoden über ein vermeintliches verfluchtes Haus, in dem jeder Mieter durch unglückliche Zufälle ums Leben kommt. Dabei ist der deutsche Filmtitel absolut unpassend wie irreführend, denn Vampire bzw. einen Vampir gibt es lediglich in der letzten Episode, die des verschwundenen Draculaschauspielers. Da ist der englische Titel The House that dripped blood schon viel passender, geht es ja auch schliesslich um 4 verschiedene Fälle eines merkwürdigen Hauses. Doch welche Macht geht von diesem Haus aus?...
1.
Ein Horrorschriftsteller und seine Frau ziehen in ein abgelegenes Haus, damit der Autor an seinem Buch arbeiten kann, in dem eine Möderfigur namens Dominik vorkommt. Doch nach gewisser Zeit scheint der Schriftsteller Visionen von Dominik zu bekommen, es scheint als lebe er die Person des Mörders.
Fazit:
Ein Story wie wir sie dank gelungenem Plottwist schon zuhauf kennen. Ähnlicher Twist existiert auch in einer Episode des Hammer House of Horror und der später erschienen Tales from the Crypt Reihe. Schön zu sehen, mit welchen Zitaten dieser Film spielt. Da wird der Makler als Stoker angepriesen und Edgar Allan Poe als vermeintlicher Kulthorrorschriftsteller erwähnt.
80%
2.
Ein Einzelgänger bezieht ebenfalls das Haus, der preisgibt gerne in Einsamkeit zu leben. Dabei schielt er jedoch immerfort auf ein Frauenbild, eine Frau, die er neben seinem alten Kollegen nie erobern konnte. Die beiden Freunde besichtigen ein Wachsfigurenkabinett, indem ein Abbild ihrer verstorbene Traumfrau prangt.
Fazit:
Die Auflösung bietet wieder ein gelungener wenn auch vorhersehbarer Plottwist. Inszenatorisch solide Episode, die zwar recht unbeholfen wirkt, aber dennoch recht charmant rüberkommt.
72%
3.
Ein alleinerziehender Vater und seine Tochter beziehen das Haus. Der Vater pflegt seltsame Erziehungsmethoden, schottet er das Kind von jeglichen Kontakten ab und lässt es nicht mit Spielzeug spielen. Erst als die neue Babysitterin ihr eine Puppe schenkt eskaliert die Situation und aus dem Kind entfaltet sich ihr wahres Ich.
Fazit:
Insgesamt optisch schönste und vorallem darstellerisch beeindruckenste Episode, dabei ist die Story um das seltsame Kind aber oft zu vorhersehbar. Die Gruselstimmung wirkt sehr bemüht, was aufgrund banaler Voodoo - bzw. Hexenthematik zurückzuführen ist.
67%
4.
Ein Draculaschauspieler kauft sich in einem Kostümladen einen Draculaumhang. Doch bald schon scheint es, als würde er sich durch den Umhang in einen echten Vampir verwandeln.
Fazit:
Durchaus schlechteste Episode, die sich vollkommen banal durch lächerliche Kostümarbeit stampft. Dabei wirkt das Schauspiel des Dracula, vielmehr wie eine Parodie, das wirkt im Kontext zu besagten anderen Episoden aber eher deplatziert als erheiternd.
46 %
ENDFAZIT:
Die 4 zusammenhängenden Episoden sind allesamt gepflegter Horrordurchschnitt, zumal man auch feststellen muss, dass sich Episode für Episode in ihrer Qualität mildert. Das mag daran liegen, dass zumal die Erwartungen nicht erfüllt werden, die man beim Ansehen des deutschen Titel haben mag, denn Vampire kommen in den ersten 3 Episoden nicht vor. Inszenatorisch, filmtechnisch, optisch und in ihrer ganzen Darbietung haben die Episoden soliden Hammer - Charakter, dabei erinnern die Episoden in ihrer Darstellung und Umsetzung schon stark an die TV Serie Hammer House of Horror, zu erkennen auch oftmals woher Tales from the Crypt (1989) ihre Inspiration herholte. Und dabei ist Totentanz der Vampire Teil einer Episodenreihe, zu denen auch Tales from the Crypt (Original 1972) und Vault of Horror (1973). Inwiefern die 4 nun zusammenhängen liegt nicht in meiner Kenntnis, doch wer auf gepflegten Grusel im Stile britischer Hammerproduktionen steht, macht hier gewöhnlich nichts falsch, vorallem weil hier mit bekannten Hammerschauspielern geglänzt wird. (Peter Cushing / Christopher Lee..etc...)
66 %