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Ein Illusionist ist ein Künstler, der meist mit technischen Mitteln bei seinem Publikum Sinnestäuschungen erzeugt.

So könnte man in einem kurzen Satz erläutern, worum es sich bei Neil Burger's zweiter Regiearbeit geht. Könnte man, sofern man sich von der Grundidee des Skripts nicht blenden lässt. Bei "The Illusionist" handelt es sich um einen waschechten Krimi im Mysterygewand um die Jahrhundertwende.

Edward Abramowitz alias Illusionist Eisenheim (Edward Norton, American History X, Zwielicht), einst Sohn eines Bauern mausert sich nach einem Aufeinandertreffen mit einem Alten Magier zu einem der wohl spektakulärsten Zauberer der damaligen Zeit. Als eines Tages seine Jugendliebe Sophie (krasse Fehlbesetzung, Jessica Biel, Blade: Trinity), ihres Zeichens Verlobte des Kronkaisers Leopold (Rufus Sewell, Dark City, A Knight's Tale) schwelgt der Zauberer wieder in Erinnerungen und sieht sich in der Pflicht seine alte Liebe wieder aufflammen zu lassen. Sehr zum Unbehagen von Leopold. Jener kann mit der Bürde nicht Leben, Eisenheims Tricks nicht zu durchschauen und setzt aus Eifersucht der offensichtlichen Wiedervereinigen der damaligen Liebenden den gewitzten Inspektor Uhl (Paul Giamatti, Shoot Em' Up) auf Eisenheim an.
Klingt im ersten Moment nach einer tragischen Beziehungsgeschichte. Weit gefehlt! Sophie wird ermordet und Eisenheim versucht das Gesetz mit Illusionen Verstorbener auf die Fährte des wahren Mörders zu führen.

Optisch stark inszeniert hangelt sich "The Illusionist" durch die gut 100 Minuten Laufzeit. Darstellerisch gibt es an Norton, Giamatti und Sewell nichts auszusetzen. Starkes Schauspiel von den drei charkterlich starken Akteuren. Einzig und allein Jessica Biel ist in diesem bildgewaltigen Historien-Thriller voll und ganz überfordert. Die sonst recht ansehnliche Dame wirkt blass, lustlos wie untalentiert und vorallem ihre durchweg schreckliche deutsche Synchronisation erledigt ihr übriges.

Die Story um Eisenheim ist rein fiktiv und jeglicher Bezug zur Realität ist Irrglaube.

FAZIT:

Ein optisch schöner Film. Darstellerisch bis auf eine Ausnahme sehr Sehenswert, doch geschichtlich etwas aufgeblasen, gar langatmig. Das Ende ist durchaus als gelungen zu bezeichnen. Ein netter, wenngleich nicht herausragender Beitrag aus Hollywood.

7/10

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