Review

Story:
JANG Do-young ist ein temperamentvoller Mordermittler, der in seiner Abteilung als Unruhestifter bekannt ist. Staatsanwalt OH Jin-woo hat sein Studium als Jahrgangsbester abgeschlossen. Der mächtige Unterweltboss YU Kang-jin, den OH vor einiger Zeit hinter Gitter gebracht hatte, wird aus dem Gefängnis entlassen und gibt bekannt, dass er sich für ein politisches Amt zu bewerben beabsichtigt.

Drei Männer, deren Lebenswege untrennbar miteinander verknüpft sind ......

OH macht es sich zur Aufgabe, die illegalen Machenschaften und Mordfälle, in die YU verwickelt ist, noch einmal aufzurollen. JANG und OH entschließen sich zur Zusammenarbeit, als sie herausfinden, dass beide hinter demselben Mann her sind, und YU fühlt sich bedroht, als sie ihm immer näher kommen. Er plant eine Verschwörung gegen JANG und OH, die daraufhin der Brutalität gegenüber Verdächtigen beschuldigt werden. Beide werden verhaftet und müssen sich vor Gericht rechtfertigen. OH fühlt sich von allem, woran er in seinem bisherigen Leben geglaubt hat, verraten. JANG verliert seine Mutter, die er mehr als sein Leben liebte. Die Wut der beiden steht kurz vor dem Ausbruch. Zwischen den beiden Männern und dem Boss der Unterwelt beginnt nun ein unausweichlicher Kampf, der zu einem tragischen Ende führen kann.

Kritik:
Auf der Rückseite des Digipaks der deutschen DVD von Splendid Film wird "Running Wild" als Hard-Boiled-Action-Film bezeichnet. Hart geht es stellenweise schon im Film zu, aber viele Actionszenen gibt es leider nicht. Dabei beginnt der Film mit einer rasanten Verfolgungsjagd, danach werden die 3 Hauptcharaktere vorgestellt: Detective Jang (Kwon Sang-woo), ein äußerst gewaltätiger Cop, Oh (Yoo Ji-tae) ein gewaltverachtender und stets gesetzesbeachtender und zielstrebiger Staatsanwalt und der einflussreiche Gangsterboss Yu (Son Byung-ho). Die übrigen Actionszenen bieten außer ein paar Prügeleien, in denen Jang immer wieder alleine gegen eine Gangsterband aufnimmt und das bleihaltige und blutge inale nicht sonderlich viel Abwechslung.
Im Vordergrund von "Running Wild" steht der Kampf und der Drang nach Rache der beiden Einzelkämpfer Jang und Oh gegen den Gangsterboss Yu, der sich dank eines korrupten und scheinbar unbezwingbaren System in Sicherheit wiegen kann...

Der Film ist äußerst dialoglastig und weiß vor allem durch immer wieder tolle Visualisierungen und Kamerafahrten (rasante Verfolgungen oder Up- and Down-Fahrten an einem Hochhaus) und Spielereien mit den Bildern (z.B. Splitscreens und dabei über den Bildschirm fliegende Paralellszenen) sowie der großartigen schauspielerischen Leistungen der Darsteller, allen voran der junge Kwon Sang-woo, der schon andere Filme mit Schwächen durch seine Leistung nach oben zog. Er spielt sehr glaubwürdig und impulsiv und man nimmt ihm seine Rolle als harter Detective und um seine schwerkranke Mutter besorgter Sohn ohne weiteres ab. Gegen ihn haben es die anderen Schauspieler schon schwer, agieren aber trotzdem sehr professionell und überzeugend.

Zu den Schwachpunkten des Films zähle ich die nicht gerade neuartige Story, die so oder ähnlich auch schon oft in anderen Filmen erzählt wurde. Zudem wirkt die Handlung doch etwas schleppend erzählt, vor allem wenn man sich wieder nach einer Actionszene sehnt oder erst recht, wenn man einen Action-Film erwartet hat. Wer allerdings auf lange Thriller mit vielen Dialogen steht, der wird dies wohl auch so auslegen, dass dadurch erst die Schwierigkeit, den Boss Yu ein für alle mal hinter Gitter zu kriegen, klar gemacht wird und erfreut sich an dem langsamen Spannungsaufbau und nimmt die Atmosphäre ganz anders wahr.

Regisseur Kim Sung-Soo schuf einen ausführlich erzählten Cop-Thriller, dessen Stärken bei den Schauspielern und der Inszenierung liegen. Doch eine gute Inszenierung allein sorgt nicht gleich für einen überragenden Film und schon gar nicht, wenn dies so langsam schon zum Standard bei vielen koreanischen Filmen wird. Unter diesen Aspekten gefällt mir daher auch z.B. Lee Myung-Se's "Nowhere To Hide" noch besser als "Running Wild", auch wenn der auch keine viel bessere Story lieferte. Dennoch zählt "Running Wild" zu den starken Genrevertreten aus Korea und ist deutlich besser als z.B. "Some". Von einem Regisseur wie Kim Sung-Soo, der schon einige Hits schuf, kann man aber mehr erwarten.

6/10

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