„Dogma“ ist eine Religionssatire, bei der Regisseur Kevin Smith jedoch seinen typisch respektlosen Stil beibehält.
Der Kardinal Ignatius Glick (George Carlin) will die katholische Kirche populärer machen, weshalb er die Auktion „Katholizismus Wow!“ ins Leben ruft und unter anderem das Symbol des Kruzifix durch die Kumpel Christus Ikone ersetzt. Zudem will er allen, die an einen bestimmten Tag die Pforte einer Kirche in New Jersey durchschreiten, Sündenablass gewähren. Kevin Smith ist zwar mal wieder sehr unverfroren, doch seine Kritik ist intelligent, denn er greift in erster Linie nicht die Religion, sondern mehr die kirchlichen Würdenträger an.
Von dieser Aktion bekommen auch die beiden aus dem Himmel verstoßenen Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck) Wind. Sie wollen nun die Pforte durchschreiten, Vergebung erlangen und als Menschen sündenfrei sterben können, um wieder in den Himmel zu kommen. Das Duo Affleck/Damon stand hier gerade am Anfang der jeweiligen Karriere, aber beide ergänzen sich genauso gut wie in anderen gemeinsamen Filmen der Marke „Good Will Hunting“.
Damit wäre jedoch die Fehlbarkeit Gottes erwiesen und alles Sein würde beendet. Deshalb wird Bethany Sloane (Linda Fiorentino) vom Metatron (Alan Rickman), der Stimme Gottes beauftragt, die beiden aufzuhalten. Zur Seite stellt man ihr die beiden „Propheten“ Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith), mit denen sie sich auf eine abenteuerliche Reise nach New Jersey begibt…
Kevin Smith hat einen Film geschaffen, den sich sowohl Gläubige als auch Religionskritiker ansehen können (ich persönlich als gläubiger Protestant hatte keine Probleme mit dem Film). Zwar mag der Film stellenweise etwas respektlos sein, doch meist wird falsche Religionsausübung hinterfragt und direkte Kritik richtet sich höchstens an die Frage nach einer zeitgemäßen Auslegung der Bibel. Doch wirklich religionsverneinend ist „Dogma“ keinesfalls, denn immer wieder scheint Smith Forderungen nach mehr christlicher Nächstenliebe in den Film zu streuen.
Dabei ist die Story sicherlich nicht allzu komplex, auch wenn Smith eine sehr gute Vorbildung in der Lektüre der Bibel beweist. Lediglich gegen Ende lässt die Spannung nach, was vor allem bei mehrmaligem Sehen auffällt. Denn das Finale vor der Kirche ist etwas zu ausgewalzt und es fehlt ein wenig Esprit. Dabei schlägt „Dogma“ erstaunlicherweise zwischen den grellen Gags auch mal leisere Töne an, die mit den oben angesprochenen Appellen an mehr Liebe gefüllt werden (z.B. das Gespräch zwischen Bethany und Bartleby im Zug).
Der Humor ist aber Smith-typisch gelungen, was zum großen Teil an den großen Parts von Jay und Silent Bob liegt, denn Kodderschnauze Jason Mewes bringt dumme Sprüche am laufenden Band. Den absoluten Hammerspruch des Films bringt jedoch der Metatron (Stichwort: fünf Adams). Hinzu kommen noch diverse Anspielungen auf Religion- und Religionsausübung sowie verschiedene Anspielungen auf Filme, u.a. „Indiana Jones“, „Karate Kid“, „Im Auftrag des Teufels“ usw. Dabei haben die Gags eine hohe Trefferquote, auch wenn einige Sachen wie der Golgather doch arg krude sind.
Das sehr prominente Ensemble enthält neben Ben Affleck weitere Darsteller aus früheren Filmen Kevin Smiths wie z.B. Jason Lee, Bryan Johnson, Walter Flanagan, Jeff Anderson oder Brian O’Halloran. Die Schauspieler agieren allesamt für eine Komödie auf sehr hohem Niveau; lediglich Alanis Morisette wirkt ein wenig deplaziert.
Alles in allem ist „Dogma“ ist eine gewohnt gelungene Komödie von Kevin Smith, bei der Ansehen in großer Gesellschaft den Filmspaß hebt. Aufgrund einiger Hänger gegen Ende reicht es aber nur zu knappen 8 Punkten meinerseits.