Wenn dieser Film eine Schwäche hat, dann der daß er zuviele Stilelemente hintereinander durchprobiert. Der Regisseur heißt Jonathan Demme und darum wundert es mich nicht, daß wir am Anfang einige Traumsequenzen zu sehen bekommen, die mehr in einen französischen Film der damaligen Zeit gepaßt hätten. Dann schafft er es eine ziemlich deprimierende Atmosphäre zu entwickeln, die den bekannten WIP-Elementen Duschen und Catfight einen weniger sleazigen Charakter als üblich verleiht.
Schließlich wird dem Zuseher klar, daß das Gefängnis in der Hand von zwei psychisch Gestörten und damit Gemeingefährlichen ist. Dem Doktor, der sich nicht nur an den bewußtlosen Mädchen vergreift (ein weit verbreitetes Kavaliersdelikt unter Ärzten!), sondern auch sadistische "Persönlichkeitskorrekturen" unternimmt, die in einem Jess Franco-Film angemessen wären; allerdings nicht sonderlich überzeugend verkörpert. Die Leiterin der Anstalt ist an den Rollstuhl gefesselt und zumindest schwer neurotisch, wir sehen allerdings nicht genug von ihr, um wirklich beurteilen zu können, was mit ihr los ist. Beide zusammen haben mit der guten Seele unter den Häfltingen Schlimmes vor, die von einer Filmknastveteranin - und einem persönlichen Liebling von mir - verkörpert wird: von Roberta Collins. Bei einem Abstecher in die Gefängnisküche, die unsere Heroine macht, um die auf Zwangsdiät gesetzte Zellengenossin zu füttern, ist eine alte Dame vor Schreck gestorben. Um die Übeltäterin zu "kurieren", soll eine vermutlich persönlichkeitszerstörende Operation stattfinden. Doch inzwischen sind zwei Insassinnen bei Gelegenheit aus dem Gefängnisobstgarten getürmt, und sind natürlich bereit mit einer Freundin, die als Sexarbeiterin ihren Lebensunterhalt bestreitet, sich wieder ins Gefängnis einzuschleusen und sie herauszuholen. Dieses letzte Drittel ist mit viel Ironie inszeniert und hebt sich, wie gesagt, stilistisch stark vom früheren ab. Die feuernden Bullen, die natürlich nur die Geiseln, also den Arzt und die Direktorin, treffen, sind besonders stark karikiert. Aber auch Bankräuber mit Masken aus Disneyfiguren, und ähnliche Einfälle, tragen zur Aufheiterung des Ganzen bei.
Weiters erwähnenswert: relativ viel Busenfreiheit für einen amerikanischen WIP-Film (und jedenfalls mehr als in den anderen Corman-Produktionen), endlich einmal keine doofen, sondern zugleich für das Milieu realistische wie unterhaltsame Dialogen zwischen den Gefangenen. Eine kleine Theatereinlage zweier Gefangenen (eben von Roberta Collins und ihre Zellengenossin) ist ebenfalls ganz gut gelungen. Insgesamt muß aber gesagt werden daß die schauspielerischen Leistungen nicht wirklich überragend sind. Barbara Steele als rollstuhlfahrende Direktorin finde ich nicht so großartig. Roberta Collins kann aufgrund der Rolle nicht wirklich brillieren. Und eine Pam Grier fehlt einfach, die beiden "starken" Frauen Juanita Brown und Erica Gavin fehlt irgendwie die Power.
Wenn man den Film seziert, fehlen also schon einige Schwachstellen auf, da er aber gut unterhält und am Schluß spannend wird, sieht man darüber beim Betrachten fast hinweg. Der Film war ein großer Erfolg. Trotzdem sehe ich das Problem, daß WIP-Fans nicht ganz das bekommen, was sie erwarten, während für das normale Publikum doch noch zu viel WIP-Standard drinnen steckt. Für mich ist jedoch gerade diese Mischung bekömmlich.