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Endlich geht das Mozart-Jahr 2006 seinem Ende zu.

Gerade zu Beginn dieses Jahres wurde man ja förmlich bombardiert mit Konzerten, Fernseh-Specials, Ausstellungen, Radio-Sendungen und eben auch Filmen über den großen, vielleicht größten, Komponisten. Im Zuge dieser reichlich übertriebenen Heldenverehrung entstand auch der Film Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht.

"Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht" ist ein Film über einen eigenwilligen, besessenen Musiker, über Macht und Geld, über eine Künstlerexistenz in einer Zeit der großen Veränderungen in Europa.

So schreibt die ARD. Allem voran ist dieser Film jedoch nichts weiter als das Ausschlachten sämtlicher bereits bekannter Fakten zum Thema W.A. Mozart. Natürlich ist es vom Prinzip her gut auch mal eine realistische Betrachtung des Lebens des Musikers zu zeigen, fern ab von den geschichtlich völlig abwegigen Theorien Peter Shaffers´s Amadeus, dennoch kann man sich während des gesamten Films nicht des Eindrucks erwehren, man hätte sich das ganze auch sparen können. Die Dialoge sind nichts weiter als ausgeschlachtete Versionen der bekannten Briefe Mozarts. Klar, wenn er so geschrieben hat, dann muss er auch so gesprochen haben. Nur, nach dem 10. Mal "Scheiß in´s Bett dass´s Kracht !" wirkt das Ganze einfach viel zu bemüht. Leider ist auch die Hauptrolle mit Xaver Hutter ein wenig fehlbesetzt. Man merkt dass er Theater- aber keinerlei Filmerfahrung besitzt. Zu theatralisch, zu affektiert wirkt sein Verhalten. Das mag auf der Bühne wirksam sein, auf der "Leinwand" ist es das nicht.

Dennoch kann man sich den Ich hätte München Ehre gemacht natürlich als Geschichtsstunde in Sachen Klassischer Musik ansehen. Als Film jedoch fehlt ihm das gewisse Etwas. Das wiederum konnte Amadeus trotz aller Fehler vorweisen: Individualität. Musste jedoch die ARD dies unbedingt dadurch zu erreichen versuchen, dass sie alle zehn Minuten eine alberne Schwulenszene in den Film packt ? War das die einzige Möglichkeit dem Film eine besondere Note zu geben ? Ich denke ein besseres Drehbuch hätte es auch getan.

Wer also das Mozartjahr interessant ausklingen lassen will, sollte sich lieber noch einmal Amadeus ansehen, und mit anderen Klassik-Begeisterten über die Unstimmigkeiten diskutieren.

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