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Der Fleischfabrikant Vito Mito McMullen ist wenig begeistert davon, dass sein hochbegabter Sohn Adam nur wenige Monate vor seinem Abschluss sein Studium geschmissen hat und nun verstärkt den Kontakt zu seinem Großvater, dem Berufsverbrecher Jesse, sucht. Tatsächlich juckt es Adam, der sich seit frühester Kindheit von seinem Vater nicht respektiert fühlt, mächtig in den Fingern, selbst ein krummes Ding zu drehen. Jesse selbst ist Feuer und Flamme für Adams Vorschlag, in ein Labor einzusteigen und ein experimentelles Plasmid zu stehlen und noch ein letztes Mal so richtig abzusahnen. Um seinen Sohn zu beschützen schließt sich Vito eher widerwillig dem Unterfangen an, doch trotz der sorgfältigen Vorbereitung geht der Bruch schief und Adam wird von der Polizei geschnappt... Regie-Veteran Sidney Lumet hat im Laufe seiner Karriere ja für so manche große Kino-Sternstunde verantwortlich gezeichnet, aber "Family Business" ist doch definitiv keiner seiner besseren Filme, sondern leider nur eine irgendwie unbequeme Mischung aus Gauner-Komödie und Familien-Drama, die selbst nicht so wirklich zu wissen scheint, wie sie ihre Schwerpunkte setzen muss und die darum spätestens im Schluss-Drittel auf eine ziemlich unbefriedigende Art erzählerisch völlig zerfasert. So ist man da zunächst noch der Meinung, dass da wohl die komödiantischen Aspekte der Angelegenheit im Mittelpunkt stünden und man hier eine launige Krimi-Schnurre vor sich hätte, doch schon bald rücken da die üblichen Vater-Sohn-Konflikte innerhalb der drei Männer-Generationen der McMullen-Familie in den Vordergrund. Wer hier beim Blick auf den Inhalt also ein "echtes" Heist-Movie erwartet, wird sich unweigerlich schwer enttäuscht sehen. Die Einbruchs-Sequenz in das Labor ist dann auch super-lame und ohne jede Finesse umgesetzt, das Trio schleicht sich einfach nur mit einer Schlüssel-Karte und der dazugehörigen Kombination ins Gebäude rein und überwältigt den Wachmann, der gerade vom Klo kommt... selbst wenn man die Übertriebenheit der "Ocean's..."-Streifen da rückblickend betrachtet außen vor lässt, hätte man sich in der Beziehung angesichts des Boheis, das da im Vorfeld darum gemacht wird, doch etwas mehr erwartet. Dafür, dass Matthew Brodericks Enkel-Figur Adam im Film angeblich so ein Genie sein soll, stellt er sich aber doch mächtig dämlich an und schaftt es, die an sich kinderleichte Nummer, bei der ihm die Beute quasi auf dem Silbertablett serviert wird, durch schiere Dusseligkeit im Alleingang zu verbocken. An genau solchen Momenten merkt man dann, dass es heftig im Drehbuch-Gebälk kracht, damit die Handlung irgendwie vorangetrieben werden kann. Ohne seine prominenten Darsteller wäre "Family Business" dann auch kaum der Rede wert, aber auch Connery, Hoffman und Broderick in guter Form können ein Solala-Skript nicht retten, sondern lediglich dafür sorgen, dass das Ergebnis da einigermaßen ansehbar geraten ist... was in Anbetracht der beteiligten Namen aber schlicht zu wenig ist. Ach ja, übrigens: Humor ist, wenn man trotzdem lacht, aber dafür, dass er generell als Komödie gehandelt wird, hat "Family Business" über seine gesamte Laufzeit tatsächlich nur einen einzigen, guten Gag auf Lager ("Er ist hingefallen!") und das sentimentale Ende ist sogar ein echter Downer! Fazit: Für den Mann, der mal "Die 12 Geschworenen" und "Network" gemacht hat, echt enttäuschend...

5/10

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