Das ist wahrer Budenzauber; wenn sich ein irrer Killer über eingesperrte Teens in einer Geisterbahn hermacht.
Den handelsüblichen Teenie-Slasher kann man mit einer solchen Story natürlich nicht neu erfinden, den Genrefreund aber einigermaßen bei Laune halten, - man muss nur etwas Geduld mitbringen, bis die Hatz losgeht.
Mit dem Intro bekommen wir einen Einblick, wie Legenden entstehen. Wir befinden uns im Jahre 1989, die Zwillingsmädchen Colleen und Judith besteigen die Geisterbahn im Freizeitpark „Dark Ride“, doch ihre Tour nimmt ein jähes Ende, weil ein maskierter Killer auf sie lauert und sie bestialisch niedermetzelt.
Der Killer kann dingfest gemacht werden und landet in der Psychiatrie, wo er in der Jetztzeit aus der Zwangsjacke ausbrechen und zwei Pfleger fertig machen kann. Daraufhin flieht er zu seinem letzten Tatort, wie sich später herausstellt, auch seiner Unterkunft, denn aufgrund körperlicher Missbildungen wurde er hier vor der Außenwelt versteckt gehalten: Castle Freak ohne Castle.
Hierher gelangen dann unsere potentiellen Opfer: Ein Hübsche, die eine Schwester von Leckerli Eliza Dushku sein könnte, eine unauffällige Blonde, ein noch unauffälligerer Typ, ein Testosteron gesteuerter Cooling und ein Filmfreak. Später gabeln sie noch eine durchgeknallte Tramperin auf, die so haarsträubend dämliche Sachen von sich gibt, dass allen übrigen Anwesenden jegliche Worte fehlen, - ein kleiner Schmunzler für den Zuschauer.
Jedoch heißt es Geduld aufbringen, bis der Killer zuschlägt. Da muss man sich eine ganze Weile mit den Typen beschäftigen, ihren Beziehungskisten ertragen, Geilheit des Coolen über sich ergehen lassen und den Filmfreak akzeptieren, der natürlich ständig irgendwelche Zelluloidwerke zitiert.
Nur beim Zwischenstopp an der Tankstelle heitert ein knarziger, zahnloser Alter kurz die Stimmung auf, indem er sich zunächst schlafend stellt und später als gewitzter Zuhörer eine Retourkutsche liefert.
Auch in der verlassenen Geisterbahn, die die Jugendlichen des Nachts natürlich widerrechtlich betreten, herrscht zunächst nur müdes Erschrecken, die üblichen Zutaten einer solchen Kulisse kommen zum Einsatz, die unsere Besucher zunächst mit Freude bewundern, - immerhin haben die auch diverse Drogen intus.
Nachdem ein gefakter Mord als Rache für ein Fremdgehen punkten kann, sind alle Ausgänge verschlossen und der Killer mit der weißen Maske kann endlich loslegen, denn immerhin sind mittlerweile gut 55 Minuten Laufzeit vorüber.
Ab da gewinnt der Streifen deutlich an Spannung und die Goreeffekte sind durchaus beachtlich. Eine verliert ihren Kopf beim Blowjob, während einem anderen gar der Schädel mittendurch geteilt wird, was fx-technisch ansehnlich ist.
Die Zahl der Opfer hält sich bei unserer kleinen Gruppe zwar in Grenzen und irgendwer muss ja schließlich auch überleben, aber in den letzten Minuten geht noch mal ganz nett die Post ab und einen kleinen Plot-Twist bekommen wir auch noch geboten. Allerdings ist der Killer ziemlich schnell erledigt und steht zur Verwunderung des klischeeverwöhnten Zuschauers auch nicht noch viermal wieder auf.
Die Darsteller performen so weit brauchbar, es macht keiner Mucken oder fällt sonst wie negativ auf und auch der Score bringt angepasste Klänge.
Der Schauplatz ist hingegen etwas einseitig, die Geisterbahneffekte mit Plastikkörpern an Seilen oder plötzlich auftauchenden Fratzen halten nicht durchweg bei Laune. Gleiches gilt für das Erzähltempo, das erst gegen Ende etwas angehoben wird, nachdem lange Zeit nichts Spannendes geschieht.
Schlussendlich ist „Dark Ride“ der absolut typische Teenie-Slasher, der genau im Durchschnitt liegt. Ein Produkt der Massenware, - einmal ansehen schadet nicht, darüber hinaus wird man ihn aber schnell wieder vergessen.
5 von 10