Review

Manchmal…braucht man einfach „oldschool“!
Wer damals in den 80er ggf. ein beglaubigter Slasherfan war (oder noch ist), der kann die qualitativen Unterschiede zwischen den Schlachtefilmen fürs Kino des letzten Jahrhunderts und dem Direct-to-DVD-Schund der heutigen Zeit ohne weiteres ausmachen…und entscheidet sich mit Freuden für Erstere.

„Dark Ride“ ist zwar ein neuer Slasher, aber er kommt wenigstens ansatzweise den alten Filmen nahe, was auch kein Wunder ist, denn es handelt sich dabei um ein Quasi-Remake von Tobe Hoopers „The Funhouse/Kabinett des Schreckens“.
Hier wie dort wollen ein paar junge Leute sich einen Scherz erlauben und in einer Geisterbahn nächtigen, was ihnen selbstmetzelnd nicht gut bekommen wird.

Waren es in Hoopers Film der Geisterbahnbesitzer und sein missgebildeter Sohn, so geht hier im „Funhouse“ ein waschechter Psychopath von vorne bis hinten um (allerdings sieht der auch nicht gut aus), der im Prolog ein Zwillingspärchen meuchelt, um dann in der Klappse (ihr wisst schon, die mit den fast unbeleuchteten Räumen und dem Fernseher, der nur Schnee zeigt) eingebunkert zu werden – bis sich zwei beknackte Wärter bei einem Scherz mit einem Steak einen größeren Magendurchbruch holen. Und schon kommen wir zu der „Nacht, in der er nach Hause kam“…

Kurzum: auch dieser Film ist im Grunde scheiße doof, die Dialoge sind absolut minderes Niveau, aber ich habe schon nervigere Typen gesehen, selbst das große Kifferarschloch.
Eine dolle Pointe hat der Film natürlich auch, die einen Hauch von offenem Ende verspricht, nur kann die jeder entwirren, der beim Prolog halbwegs aufgepasst hat.

Doch letztendlich zählen hier nur die Thrills und die Kunstblutmenge und die haben es in den Meuchelszenen in sich, von der Fontanellenspaltung bis zum Blowjob ohne Schlucken (ahem…). Die Hauptqualitäten liegen jedoch im set design, denn die Geisterbahninterieurs sind wirklich stimmig und unheimlich und der Killer, der eine Kinderpuppenmaske trägt, fügt sich natürlich hervorragend ins Gesamtbild ein und springt immer dann aus dem Dunkel, wenn man ihn sowieso irgendwie erwartet.
Mein Lob geht an den Ausstatter, auch wenn das Gemeuchel erst nach einer Dreiviertelstunde so richtig vom Stapel läuft und viel Gekreische dabei ist. Daß sich der „Dark Ride“ (mit Wagen) vom Prolog her dann aber in einen „Dark Walk“ verwandelt, wird leider nicht erklärt.

Damit ist „Dark Ride“ ein passabler Partyslasher zur Pizza, der nicht ganz so schlimm wie die meisten auffällt und akzeptable Sofaunterhaltung bietet, wenn man die Latte nicht ganz so hängt. Der absolute Knaller sind aber zwei Szenen in der ersten Hälfte, die wohl als Reminiszenz eingebaut wurden: die Sequenzen mit dem alten Tankwart (bei der ich fast vom Sofa gerollt wäre) und der erste Monolog der Anhalterin, der auch gut in jede Bundy-Folge gepasst hätte.
Möpse gibt’s übrigens keine zu sehen, aber das ist zu verschmerzen. (5/10)

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