Review

Mit diesem Streifen widmet sich erneut ein kleines Filmteam dem Zombiesubgenre, um es zu einer kleinen Komödie umzufunktionieren.
Dass man mit einem sichtlich geringen Budget herangegangen ist, stellt sich weniger als Problem dar, als das hauchdünne Script, welches dem Treiben zu selten den nötigen Schwung verleiht.

Als kleine Hommage geht der Beitrag jedoch bereits in den ersten Minuten durch, als Videothekar Chuck einem Kunden am Telefon qualitative Unterschiede über Zombiefilme mitteilt. Da fallen in einem Atemzug Begriffe wie „Romero“, „Braindead“ und „Evil Dead“.
Chuck ist eine der Figuren aus diversen parallel ablaufenden Handlungssträngen, welche später als Einheit gegen die Untoten kämpfen. Dazu gesellen sich Mitglieder eines Waffenclubs, die Sekretärin des nicht vorhandenen Sheriffs, ihr Ex, ein Reverend und ein Nackter.
Der Nackte ist nackt, weil er von Aliens entführt wurde, die im Übrigen auch schuld an der Zombieplage sind. Anzeichen von Außerirdischen gibt es ansonsten natürlich nicht, dafür war das Budget wirklich zu gering.

Für ein paar nette Seitenhiebe reicht es jedoch. Da bekommt die Waffenlobby ihr Fett weg, eine bestimmte Cola-Marke auch, zudem werden Blitznachrichten aufs Korn genommen und auch die Funktion eines Reverends wird gegen Ende zweckentfremdet.
Dazwischen immer mal wieder kleine Angriffe der Untoten auf die Lebenden. Zwar finden die meisten Gewaltakte im Off statt oder werden als Resultat gezeigt (Dart-Pfeil im Auge), aber ein paar Körperteile fliegen und blutige Einschüsse sind ebenfalls zu vermelden. Ja, sogar ein Hinterkopf-Aufknabber-Effekt konnte platziert werden, was noch nicht einmal dilettantisch aussieht. Zumindest nicht so schwach wie das Zombie Make-Up.

Ansonsten kommt man aber selten über ein leichtes Augenzwinkern hinaus, dafür sind einem die Figuren zu gleich, die hintergrundlos in die Runde geworfen werden, ohne dass man ein Verhältnis zu ihnen aufbauen könnte. Spannung erzeugt ihr Vorgehen ebenfalls nicht, dafür mangelt es an allen Ecken und Enden an Tempo. Teilweise lässt man sich mit einigen Figuren sogar zuviel Zeit und bringt einige Gags doppelt (Der Typ, der seinem Auto mehr hinter trauert, als seiner verschwundenen Freundin) oder bringt absolut nutzlose Szenen (Frau erkundigt sich beim Pfarrer nach Sitzgelegenheiten).

Zudem ist das Timing für Schauplatzwechsel nicht immer günstig ausgefallen, manches Szenen erscheinen zu kurz (Auftritt des Typen vom Ministerium für Heimatverteidigung), andere viel zu gedehnt (die eigentlich witzige Idee, einen Typen live mit einem Nachrichtensprecher telefonieren zu lassen, den er just vor sich auf dem Bildschirm sieht).
Etwaige Längen können die durchweg schwachen Darsteller auch nicht kaschieren, da es sich fast durchweg um Anfänger handelt, die entweder overacten oder hölzern ihren Text aufsagen.

Unterm Streich liefern Independentfilmer Chuck Hartsell (Autor und in der Rolle des Videothekars zu sehen) und Chance Shirley aber einen brauchbaren Beitrag ab, der allerdings auch nicht länger (81 Minuten) hätte ausfallen dürfen.
Denn dafür mangelt es zu sehr an Drive, krassen Effekten und der noch stärkeren Portion schwarzen Humors.
Für Zwischendurch oder als leichte Aufheiterung für Genrefreunde aber gerade noch geeignet.
5 von 10

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