Review

Lagerhalle des Plastiktodes


Killerpuppen waren in den 80ern im Horrorgenre noch höchst angesagt - aber auch Anfang der 90er waren diese noch lange nicht totzukriegen (sind sie, siehe Annabelle und Co. ja eigentlich bis heute nicht). Gut so? Ja, möchte ich sagen, wenn ich mir einen „Demonic Toys“ aus der berühmt-berüchtigten Cheapie-Schmiede von Charles Band angucke. Ein alte Fabrikhalle als gefühlt einzige richtige Location. Eine Handvoll Figuren, sowohl menschliche als auch aus Plastik. Aber vor allem gute FX-Spezis - fertig ist ein Lagerhallenspass voller diabolischer Duracellhäschen, mörderischer Miniroboter, zerstörerischer Zinnsoldaten und bissiger Baby Borns. 

„Demonic Toys“ legt vollen Augenmerk auf seine Stars - und das sind ohne Frage die teuflischen Toys bzw. die Macher hinter ihnen, nicht die Schauspieler oder der Regisseur. Auch nicht eine großartige Handlung oder Figurenzeichnung. Einzig und allein die sprüchekloppenden und gefräßigen Spielzeuge aus der Hölle. Allzu viel Erklärung, Lore und Hintergründe gibt’s nicht. Aber auch das ist halb so wild. Es ist im Grunde ein flotter Nichtmal-80-Minüter zwischen Kinderprogrammwerbung aus dem damaligen Sonntagmorgenprogramm, einer Effektschau und einer Schlachtplatte. „Small Soldiers“ gone bad. Naiv, nie allzu böse und ernst gemeint, aber auch immer noch mit mehr als genug Ablehnung um eine reine Komödie zu werden. Das gefällt mir, das ist ein solider Splattersnack. Obwohl man natürlich auch keinen Peter Jackson erwarten darf. Oder thematisch bedingt einen „Chucky“. Aber wer diese „Rock Band“ und diesen Hinterhof-Toys'r'Us from Hell einzuschätzen wusste/weiß, der wird mit solch aussortierter B-Ware gut und günstig bedient. Poopsie Daisy!

Fazit: Charles Band lässt die Puppen tanzen - „Demonic Toys“ ist das perfekte Doppel zu „Dolls“, selbst wenn er nicht ganz auf dessen Niveau landet und man ihm seine beschränkten Möglichkeiten (abgesehen von den toll handgemachten Effekten) jederzeit ansieht. Dennoch: spielerisch splattrig! 

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