Review

Montana in den 20ern: Der lebensfrohe Naturbursche Paul Mclean (Brad Pitt) und sein Bruder Norman (Craig Sheffer) wachsen unter der Obhut ihres streng religiösen Vaters auf. Im Fliegenfischen finden sie ihre innere Ruhe, später studiert Norman und bekommt die Gelegenheit, als Professor in Chicago zu arbeiten. Er zögert noch, aufgrund seiner Liebe zu Jessie (Emily Loyd), als er sich plötzlich auch noch Sorgen um seinen Bruder, der mittlerweile Journalist ist, machen muss. Paul hat mächtig große Wettschulden und ein Problem mit dem Alkohol...

Nun, so betrachtet ist "Aus der Mitte entspringt ein Fluss" nichts weiter als ein simples Familiendrama. Hier kommt es jedoch nur auf die Bilder an, nicht auf die Story. Und die zeigen Wirkung. Die wunderschönen Berge- und Wälderlandschaften Montanas sind beeindruckend, das alles in einer Zeit, in der alles noch naturverbunden zu sein scheint. Das Thema Fliegenfischen ist für mich da nur Mittel zum Zweck, um die faszinierenden Bilder sprechen zu lassen, auch wenn man meinen soll, das Fischen ist für den religiösen Menschen eine Beschäftigung der inneren Einkehr, der Fluss ein Ort, an dem man Gott am nächsten ist.

Für ungeduldige Menschen wird dieser Film eine echte Qual sein. Von Hektik keine Spur, Redford verweilt dauerhaft in seiner Bildersprache. Die Geschichte drumherum könnte man auch in zehn Minuten erzählen, aber auf die Inszenierung kommt es eben an, und die stimmt auf jeden Fall. Mitunter kommt aber schon mal Langeweile auf, stellenweise passiert einfach zu wenig. Dazu wirken einige Szenen total unnütz, was will uns etwa Pauls Indianerfreundin sagen? Es scheint, als ob uns beigebracht werden soll, dass Indianer in der damaligen zeit noch unterdrückt wurden. Doch erstens weiß das eh jeder und zweitens wird das hier völlig oberflächlich behandelt und passt gar nicht in den Film. Zudem ist die Story ein wenig vorhersehbar, man weiß schon ziemlich bald, wer hier zum Schluss den Löffel abgeben wird. Das Ende ist dann bis auf den Schlussmonolog ebenfalls etwas missraten, das Ableben einer bestimmten Person wurde viel zu undramatisch dargestellt, danach verfällt der Film wieder in den selben Tonfall wie vorher auch und die Welt ist wieder heil. Ich hätte auch noch gern gewusst, wie es weitergeht, denn so ist der Schluss recht unbefriedigend.

Brad Pitt-Hassern sei empfohlen, einen Riesenbogen um diesen Film zu machen. Selbst ich, der normalerweise nichts gegen ihn hat, entwickelte eine Mordswut auf seine arrogante Art. Zum Glück gibt es noch "Fight Club" und "Sieben", ansonsten wäre er jetzt bei mir unten durch. Craig Sheffers Leistung ist nicht der Rede wert, überzeugend ist Tom Skerritt als Vater.

Der Star des Films ist und bleibt die Landschaft. Vor prächtiger Kulisse wird eine altmodische Geschichte erzählt, die zwar nicht mitreißend, aber durchaus unterhaltsam ist. Das Tempo ist ruhig und gemächlich und somit eine willkommene Abwechslung, allerdings kommt zwischendurch schon mal Langeweile auf. Zudem wurde am Schluss arg geschlampt, wer sich außerdem ein bisschen mit Filmen auskennt wird schon früh wissen, wie der Hase läuft. Trotzdem meiner Meinung nach einen Blick wert!

Details
Ähnliche Filme