Review

Inhalt:
Ein Mann kommt nach Jahren unschuldiger Haft aus dem Knast und macht sich auf in eine Kleinstadt, wo sein verstorbener Vater auf einem alten Friedhof einen Batzen Geld vergraben hat. Doch unter dem Friedhof hausen ein paar finstere Kreaturen, die es auf menschliche Wesen abgesehen haben und so verschanzen sich der Mann und andere sich in der Gegend herumtreibende Menschen in der Kirche, wo man nach einem Ausweg sucht.


Kritik:
Da haben wir mal wieder einen "Nacht der lebenden Toten"-Klon, sprich eine handvoll unterschiedlicher Charaktere verschanzen sich in einem Gebäude und bekommen es mit ein paar Unwesen zu tun. Dass dieser Film die Klasse seines Vorbildes nicht erreichen kann, ist selbstverständlich, aber es gibt auch weitaus schlechtere Plagiate.

Bis die Personen in der Kirche zusammentreffen, vergeht eine gute halbe Stunde, die dafür genutzt wird, die Charaktere näherzubringen, was nicht so ganz gelingt, da man bei deren Zeichnung eher an der Oberfläche kratzt anstatt in die Tiefe zu gehen, aber das erwartet man bei "Full Moon"-Produkten auch nicht. So bleiben alle Figuren voll von Klischees. Es gibt den sympatischen Helden, der unschuldig im Gefängnis saß, den toughen Ellen Ripley Verschnitt, den alkoholsüchtigen Doktor, den frommen Pater, die Schwangere, ein Liebespärchen und eine Gruppe von Gaunern.

Als dann die Monster aus dem Erdreich auftauchen, gibt es ein Menge Action und auch ein paar Bluteffekte, die aber niemals zu explizit werden. Auf Grund des geringen Budgets reicht es nur zu einigen Kratzern und Wunden und das meiste Geld wurde wahrscheinlich in das blutig aus einer Brust gerissene Herz investiert.
Die Masken der Kreaturen finde ich sehr gelungen, wobei ihnen dadurch, dass sie sprechen können, etwas an Unheimlichkeit genommen wird. Von ihren Gewohnheiten, nämlich unter dem Friedhof in Gängen zu hausen und ab und zu von Menschen zu naschen, erinnern mich die Wesen sehr an die Ghouls in den John Sinclair Romanen.

Den Schauspielern wird nicht abverlangt und sie bewegen sich alle im Mittelmaß. Jeffrey "Herbert West" Combs wird leider viel zu wenig Platz eingeräumt, um ordentlich das Haus bzw. die Kirche zu rocken, aber das Zuckerschnütchen Ashley Lauren überrascht hier, da ich sie bisher nur als braves Mädel aus Hellraiser kannte, als harte Kämpferin. So kann sie dann in einem feinen Schlammmat(s)ch gegen eine andere Protagonistin zeigen, was in ihr steckt und wie gut ihr nasse, hautenge Kleidung steht.

Um den Film in den Trasholymp zu heben gibt es leider zu wenig unfreiwillige Komik. Lediglich das Ende fand ich sehr unterhaltsam. Unser Held wirft ein Sturmfeuerzeug in ein Erdloch und lässt mittels eines Lkw Benzin hinterhergießen, was zur Folge hat, dass sämtliche Gänge in die Luft fliegen und alle Monstren ausgelöscht werden, obwohl die brennbare Flüssigkeit unmöglich das unterirdische Netzwerk durchflutet haben kann.
Ganz nett fand ich noch die Idee mit dem zur Fackel umfunktionierten Arm, aber das wars dann auch schon mit tollen Einfällen.

Insgesamt ein nettes, kleines Filmchen, das sich Freunde von Monstern anschauen können, aber keinesfalls müssen.

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