Review

Ich weiß nicht was hier passiert… geschweige denn warum… 

Jetzt ist's Zeit für ein kleines Full Moon-Revival bei mir mit dem passenden Amazon Channel für eine Testwoche… Den Anfang macht „Lurking Fear“ über mehrere dubiose Charaktere in einer abgelegenen US-Kleinstadt, dessen Kirchen und Gemäuer scheinbar schon ewig von gefährlichen Monstern und Kreaturen unterlaufen sind…

Castle Freaks Cousinchaos

„Lurking Fear“ ist ein bisschen wie eine billige und verirrte, oberflächliche C-Version von tausendfach kompetenteren John Carpenter-Hits - von „Prince of Darkness“ über „The Fog“ bis „Vampires“ kommen viele Vergleiche hoch. Nur hier eben „done the Full Moon-Way“. Fans der besonderen B-Movie-Schmiede werden auch hier kurzweilig auf ihre Kosten kommen. Es gibt etliche bekannte Gesichter dieses Produktionskosmos. Combs schlägt schön drüber, die (sich leider sehr rar machenden!) Monsterkostüme sind cool, die Kirche taugt dann irgendwann endlich als beengter, finaler Spielort für eine wild durchgewürfelte Truppe. Alles schön billo, alles schön handgemacht. Sinn und Logik und Erklärungen sucht man vergebens. Spannung ehrlich gesagt auch. Zwischen Theaterstück, Lovecraft-Ramsch und frühesten Videospielverfilmungsvibes. Vor allem eine taffe Lady könnte direkt aus Raccoon City stammen. Ein paar attraktive Menschen, ein paar mehr weirde Menschen. Dialoge aus der Retorte. Zwischendurch auch mit unfreiwilliger Komik. Meist aber Langeweile. Eine Geschichte, die gleichzeitig auf einen Bierdeckel passt und die man zeitgleich aber leider kaum nachvollziehen kann oder peilt. Schockierend wenig Worldbuilding und auch Interesse meinerseits dazu. Filme wie „Lurking Fear“ waren schon irgendwie fette Gründe, warum das gesamte Horrorgenre in den 90s übel am straucheln war und einen ganz schäbigen Ruf bekam. Selbst in den Videotheken war das irgendwie immer nah am Bodensatz oder Grabbeltisch. Das Gegenteil eines Qualitätsfilms. Und doch hat er seinen eigenen Charme mit gewaltig Krähen- wie Käsefüssen. Tunnel, Typen und Trantüten. Ich würde ihn immer noch den meisten „4/10ern“ von heute vorziehen für weitere Rewatchs - aber gut ist beileibe etwas Anderes! 

Katholisches Nachtschattengewächs

Fazit: teils hässlich wie Nacht, teils attraktiv wie Buffy… Insgesamt ein interessanter, aber höchst konfuser bis chaotischer „Full Moon-Hit“. Da gibt's auch in der Clique rund um Charles Band, Stuart Gordon und Co. viele deutlich bessere Alternativen… Ein paar coole Kreaturen, Momente, Charakterfressen, die kurze Laufzeit und allgemein eine trashige Aura will ich ihm aber gar nicht absprechen… Für Begeisterung sorgt das sicher nicht. Für quarkige 70 Minuten irgendwie aber schon. 

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