Ein weiterer deutscher Beitrag zum Thema „American Pie“..
Die pubertierenden Mädchen Inken (Diana Amft), Lena (Karoline Herfurth) und Victoria haben ein riesiges Problem: Sie hatten noch nie einen Orgasmus. So schickt man sich also an den passenden Freund zu finden, damit man (oder Frau) endlich mal in das Vergnügen kommt. Erste Erfahrungen macht man auf Partys, doch den richtigen findet man nicht. Die älteren Jungs denken meist nur an ihren eigenen O.. Da schlägt man andere Wege ein und versucht sich mit Kontaktanzeigen und Sexchats. Tatsächlich scheint man erfolgreich zu sein. Dank Orgasmus gelingen ungeahnte Leistungen in bezug auf Sport und Schule...
„Mädchen, Mädchen“ ist wie schon „Harte Jungs“ klassisch gestrickt und überzeugt mit Situationskomik. Eine Story ist eigentlich nicht wirklich vorhanden, dafür werden aber die Mädchen verfolgt, wie sie zwanghaft versuchen nun endlich ihren ersten Orgasmus zu bekommen. Dabei tapsen sie von einer peinlichen Situation in die nächste, ohne sich von ihrem Ziel abbringen zu lassen. Das Ende kommt dann etwas zu plötzlich und ein paar Beziehungen sind dann doch sehr schnell herbei geführt worden. 08/15 Story mit vielen humorigen Einfällen
Da sich die vier Mädchen bevorzugt in Discos und auf Partys rumtreiben, bekommt man bevorzugt die entsprechende Partymucke zu hören. Unter anderem auch von Freizeitbands, auffällig ist dabei nur der Titelsong „Mädchen, Mädchen“. Die Musik passt zum jugendlich, frechen Stil des Films. Allerdings wäre in den wenigen romantischen und ruhigen Szenen etwas mehr Feingefühl wünschenswert gewesen. So richtig Stimmung will da nicht aufkommen.
Nach Kurzvorstellung der drei Hauptcharaktere und deren gnadenlosen Abzug beim Volleyball folgt eine Diskussion über Männer und Orgasmus. Inken, welche Geburtstag hat, bekommt ein Aufklärungsvideo zum Thema Orgasmus geschenkt. Von nun haben die drei nur ein Ziel:
Endlich ein Orgasmus.
Mit der kaum vorhanden Story werden nun Gag an Gag gereiht, welche nicht besonders tiefsinnig sind, noch so derb wie in American Pie. „Mädchen, Mädchen“ erfindet das Genre nicht neu, hat aber einen Haufen guter Gags zu bieten. Da der Film aus der Sicht der Mädchen erzählt wird, kommt der Spot bezüglich der männlichen Darsteller nicht zu kurz. Die ältere Generation (Inkens Freund ist genial) erzählt nämlich was nur Blödsinn und verarscht die Mädchen nach Strich und Faden. Auf die scheinbar „vernünftigen“ Gleichaltrigen wird erst später eingegangen.
So erleben die Mädchen dann zum ersten Mal richtigen Sex. Inken vögelt mit ihrem Freund, der dabei tierisch abgeht und Inken fast erstickt. Diese kommt aber so gar nicht auf ihre Kosten (Gesichtsausdruck zum Schreien!)und wirkt dabei ziemlich gelangweilt. Derweil stößt sich ihre Freundin beim Sex in der Küche die Birne, während Nummer 3 ein Kondom aufbläst. LOL
Klischees wie autofahrende Frauen und gutaussehende Pseudoschnitten werden ebenfalls breitgetreten. Wobei der Autofahrergag etwas überreizt wird. Nachdem Inken aus Versehen beim Fahrradfahren einen Orgasmus bekam, probiert ihre Freundin das auch gleich aus. Das endet allerdings mit einem Unfall im Wohnzimmer.. Was also machen?
Während Inken sich nun per Partnervermittlung einen heißen Hecht ins Haus holt, probiert ihre Freundin es mit Cybersex im Lesbenchat. Dort trifft sie auf einen JOY, der sie über den PC befriedigt und zum ersten Orgasmus führt. Nicht umwerfend witzig, aber ganz nett inszeniert.
Weit besser gelang Inkens Auftritt. Ihr Macker bekommt nämlich Blutstau im Lurch, denn sein „Dichtring“ scheint etwas eng zu sein. Glücklicherweise kommt ihr Vater, nach Hause und löst das Problem. Diese Szene gehört zu den besten Film, denn die Verkettung unglücklicher Umstände hätte man selbst in Hollywood nicht besser inszenieren können.
Nach dem nun alles männermögliche schief geht, beschließt man halt die Männerwelt zu verarschen und verabreicht ihnen in der Disco Potenzpillen. Die Aktionen auf dem Klo zum Thema „Erleichterung“ entwickeln sich darauf zu haarsträubenden Abenteuern.
Um den Film dann zu einen sehr abrupten Ende zu führen, bekommen alle drei Mädchen den richtigen Mann und gewinnen auf einmal beim Volleyball. Super.....
Was Story und Verknüpfung von Szenen angeht ist das Timing dieses Films unterstes Niveau. Man hat das Gefühl Stand Up Episoden vorgesetzt zu bekommen. Dafür hat der Film aber genial, witzige Szenen, die keinesfalls ins Unmögliche übertrieben wurden. Jeder dürfte mal in ähnlichen Situationen gesteckt haben. Nichts innovatives, dafür aber extrem solide...
Die durchweg unbekannten Schauspieler machen ihre Sache insgesamt gut und scheinen zu einem großen Teil einfach nur sich selber zu spielen. Kommen daher sehr natürlich rüber. Besonders die drei Mädchen und die älteren Machojungs wissen zu gefallen. Etwas blass blieben da die Nebendarsteller wie zum Beispiel Joy, oder der fehlbesetzte Macho mit dem Bluttstau. Einige dürften damit die Tür zu größere Produktionen aufgestoßen haben. Im übrigen hat der Regisseur selber eine Gastrolle übernommen, er spielt den Postboten.
Fazit:
Kaum vorhandene Story und eine lose Aneinanderreihung von Gags werden durch qualitativ extrem lustige Situationen wieder ausgeglichen. Die drei Mädchen sind noch unverbraucht und haben sichtlich Spaß. So kann es weitergehen mit deutschen Komödien.