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Ein junger Tramper wird von einem irren Killer mitgenommen und prompt im Wald umgebracht und verscharrt. Als später Alkohol auf seine Leiche tropft, erwacht er zum Zombie und zieht mordend und ansteckend durch die Gegend, wobei er stets versucht, seinen Opfern Alkohol einzuflößen. Na, das muss ja ein höllischer Fusel sein. Zwei Jungs und ein Mädchen nehmen schließlich den Kampf mit den Untoten auf.

Das ist wieder so ein zweifelhafter „Klassiker“ der frühen deutschen Splatterszene, der an sämtlichen potentiellen Schwächen eines No Budget Homemade Streifens leidet. Jegliche Effekte sind jämmerlich getrickst und allzu leicht durchschaubar, aber Hauptsache es fließt viel Blut, gell? Auffällig sind die katastrophal vergeigten Schnitte und Szenenübergänge, die nicht an einem Mischpult entstanden sind, sondern gleich unüberarbeitet von der Heimkamera übernommen wurden, so dass oft Wortfetzen fehlen, Laiendarsteller erst 10 Sekunden doof in die Kamera glotzen, bevor sie den Mund aufmachen, jede Einstellung unnötig in die Länge gezogen wird, usw. Selbst ein Andreas Schnaas hat das von Anfang an flüssiger hinbekommen. Am schlimmsten ist aber die Darstellung der Zombies, die ständig jaulend, lallend, mit Waffen in der Hand oder auch mal mit Sonnenbrille rumlaufen. Von Makeup oft kaum eine Spur. Wenn mir also jemand erzählen würde, dass das geistig Behinderte oder aggressive Besoffene anstatt Zombies sein sollen, dann würde ich es sogar glauben. Die wenigen kümmerlichen Highlights: Der lahme Running Gag mit dem Alk, das Zerfleischen eines kleinen Jungen (oh Mann) und die legendäre (aber eigentlich doofe und unlustige) Tötung eines Zombies durch das Aufsetzen von Kopfhörern und Abspielen des Lieds „Cheri Cheri Lady“ von Modern Talking.

Bild und Ton sind auch schrecklich schwach, etwa vergleichbar mit Raimis WITHIN THE WOODS, wobei es ZA fast nur noch als drittklassige Raubkopie zu bewundern gibt, da sämtliche alten Tapes mittlerweile verschwunden sind. Grund dafür sind angeblich (ebenfalls wie bei Raimis WTW) Rechtsstreitigkeiten wegen Copyrightverletzungen bei der verwendeten Musik, da das schludrige Treiben teils mit Christopher Youngs wunderbaren Score aus HELLRAISER unterlegt wurde, was natürlich Blasphemie hoch zehn ist. Irgendwie seltsam, denn viele andere Amateurfilme greifen auch gerne mal auf „geborgte“ Musik aus Klassikern zurück und bekommen dafür keinen Ärger. Jedenfalls blieb Regisseur Andre Götz ein „Einzeltäter“ und rührte hiernach keine Kamera mehr an. Eine Quelle behauptet sogar, dass er sich für ZA mittlerweile schämen würde und nichts mehr davon wissen will. Es kann eben nicht jeder nur mit seinem Freundeskreis und ohne jeglichen Aufwand in den eigenen vier Wänden einfach drauflos filmen und ernsthaft erwarten, dass hinterher was Anständiges bei rauskommt. Dagegen ist ZOMBIE 90 aus dem gleichen Jahr ein teures Katastrophendrama. Und vor allem nicht so langweilig.

2 von 10.

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