Review

Hateman

Eines der geilsten Coverartworks der Filmgeschichte stimmt einen erwartungsvoll auf diese vergessene Trashperle aus den 80ern ein.
Und um es gleich vorweg zu nehmen, ich wurde nicht enttäuscht.

Cameron Mitchell sitzt am Telefon und sagt unserem blonden "Opfer" das er ihr einen Musical-Auftritt in Las Vegas verschafft hat.Daraufhin braust sie, untermalt von 80s Gedudel, in ihrem roten VW-Käfer ab in die Wüste.

>Kurz zu Cameron Mitchell.
Der Mann ist eine wahre Trashlegende.
Filme wie Raw Force, Kill Point, Deadly Weapon, Terror in Beverly Hills, Space Mutiny, und nicht zuletzt Deadly Prey, haben ihn für mich unsterblich gemacht.
Hier hat er eine 4 sekündigen Auftritt am Telefon!!!
Wahrscheinlich auch aus altem Archivmaterial.So als wolle er sagen:
Da ist eine Trashgurke, bringt mich irgendwie in den Film.
Und wahrlich, der Mann hat ein gutes Näschen<

Natürlich nimmt Blondi eine Abkürzung über Sandwege, die sie mitten in die Wüste führt, wo ihr auch prompt der Käfer verreckt.
Was tun? Na klar erstmal den BH ausziehen.
Jetzt sehen wir zum ersten mal unseren Helden Hateman, und zwar on the Rocks mit Adler und Kriegsbemalung.
Er wohnt in einer Hütte in den Bergen in unmittelbarer Nähe einer alten Goldmine.Überall hängen dort Medaillen und Krempel der Special Forces, da wird sogar ein John Rambo neidisch.
Natürlich rettet Hateman ihr das Leben als er sie in ihrem Käfer liegend findet und in seine Hütte bringt.
Wer es bis jetzt nicht bemerkt hat warum Blondi gecastet wurde...in der nächsten Szene zieht sie blank um sich ein enges Tanktop anzuziehen.
Schon in der nächsten Szene verabschieden sich die Beiden wieder, denn Hateman hat ihr Auto im Handumdrehen wieder flott gemacht.Und jetzt wird es nicht zum ersten Mal unfreiwillig komisch. Beide tun so als würden sie sich bereits Jahre kennen und drücken beim Abschied auf die Tränendrüse, dabei haben sie in der Zeit fünf Sätze miteinander gewechselt.Herrlich naiv und komisch das Ganze.
Blondi braust also in ihrem reparierten VW-Käfer ab in " Pop's Oasis", einem Kaff irgendwo in der Wüste, um ihr Auto reparieren zu lassen.Warum? Keine Ahnung, da die Karre sicher auch bis Vegas gehalten hätte.Pappas Oase macht seinem Namen alle Ehre.Hier leben nämlich nur Hinterwäldler, Vergewaltiger, Kanibalen? und Mörder.Und so kommt es wie es kommen muss.Gangrape.Ziemlich widerlicher sogar.Aber Hateman rettet sie erneut und schwört blutige Rache...

Hateman ist lupenreiner Trash.
Das fängt bei der Musik an, die nie zum gezeigten Bildmaterial passt und aus einem C64 Spiel zu stammen scheint.
Die darstellerische Leistung von Blondi und Hateman ist unterirdisch. Unterstreicht aber den unfreiwillig komischen Ton, da sie alles bierernst vortragen.
Sogar die Beleuchtung samt Kamera hat mich mehrmals zum Lachen gebracht.Immer wenn ein Bild mies ausgeleuchtet war, hat man einen Schnitt gemacht, eine Lampe aufgestellt, und die Kamera wieder laufen lassen.
Und zu guter Letzt bekommt auch der Regisseur und Drehbuchschreiber Harry Hope einen Special Forces Orden verliehen.Soviel Trashsülze muss man erstmal anrühren und auftischen.Bravo.
Apropos Special Forces.
Hateman klaut wo er nur kann vom guten John Rambo.
Rückblenden und Alpträume von Vietnam?Check
Stirnband?Check
Aus der Tarnung ( als gehendes Gebüsch ) heraus, die Opfer ausschalten?Check
Selbsgebastelte Fallen?Check
Aus dem Provinznest vom Sheriff vertrieben?Check
Als Verhörmethode einem Opfer in die Backe beissen? Halt, dass hat der gute Johnny dann doch nicht fertig gebracht.

Hateman macht einfach Spass ( bis auf den Gangrape ).
Leider schleichen sich deutliche Längen ein die eine höhere Note verhindern.Auf gut und gerne 15 Minuten hätte man verzichten können.Aber Blondis finale Musicalnummer in Las Vegas lässt einen dann doch mit einem Grinsen im Gesicht zurück.
So reicht es dann locker für 8 von 10 mobilen Gebüschtarnungen.

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