Der Kurzfilm "It's a digital world!" ist eine Talentprobe des jungen österreichischen Filmemachers Patrick Dorner. In neu montierten Nachrichtenmaterial und Verbindungen mit Filmszenen aus "Glen or Glenda" (wobei im Grunde nur Bela Lugosi "geborgt" wurde) entwickelt Dorner einen filmischen Kosmos, in dem scheinbar ein unheimlicher Spielleiter (Lugosi) den Lauf historischer Ereignisse neu schreibt.
Standbilder aus dem Attentat auf John F. Kennedy - die immer neu zusammen gewürfelt werden, je nach Gusto des "Spielleiters" - führen zu neuerlichen Auseinandersetzungen.
Im Endeffekt zerstört ein rachsüchtiges Volk mit mehreren Atomschlägen die Welt. So zumindest mein Eindruck. Der Spielleiter gibt sich resignativ-zufrieden seinem Experiment hin: "So ist das Leben"., verkündet die letzte Einblendung um einen Kreislauf aus Tod und Leiden aufzuzeigen.
Der pulsierende Soundtrack tut sein übriges für das Gelingen dieses mit billigsten Mitteln hergestellten experimentellen Kurzfilms.
Das Erstlingswerk ist im Vergleich zu den anderen Kurzfilmen - die ich an einem Werkschauabend betrachten konnte - aber bislang das beste Werk. Die beiden anderen Filme "notes to anarchism" und "Der Kinematograph" fallen in ihrer Machart ab.
Während "notes to anarchism" versucht den Faden von "It's a digital world!" weiterzuspinnen und somit ins Leere fährt, bleibt der Kurzspielfilm "Der Kinematograph" vor allem durch seine schöne schwarz-weiß-Fotografie in Erinnerung, während die Geschichte unnötig lang und hohl erscheint.