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Halloween steht vor der Tür. Doch den zwölfjährigen DJ beschäftigt derzeit eher das Haus auf der anderen Straßenseite, in welchem er merkwürdige Dinge zu beobachten glaubt. Dinge verschwinden, merkwürdige Geräusche sind zu hören und der Bewohner des Hauses, Mr. Nebbercracker, ist ihm auch nicht geheuer. Als der Alte nach einem Zusammenbruch abtransportiert wird und das Haus dennoch keine Ruhe gibt, macht sich DJ mit seinem Kumpel Chowder und der mit in die Aktion geratenen Jenny auf in Richtung des verfluchten Anwesens.

Zugegeben, das Figurendesign in diesem von Gil Kenan inszenierten Animationsfilm ist gewöhnungsbedürftig. Irgendwie sehen Köpfe und Gesichter der Leute hier merkwürdig aus, wirken etwas unförmig, die Haare sogar irritierend fest. Wenn man sich mit dem Stil arrangieren kann, erwartet einen mit „Monster House“ aber ein flotter, bisweilen düsterer und doch auch witziger Film. Das Ganze hat schon Burton-eske Schwingungen, auch wenn Tim hier nicht involviert war.
Neben der Geschichte um das Monsterhaus und was es damit auf sich hat erzählt Kenan noch von drei jungen Leuten und streut so immer wieder Coming-of-Age-Elemente ein. So stehen die beiden Jungs auf das gleiche Mädel und unter dem Einfluss ihrer Hormone. Das wird immer wieder en passant in kleinen Szenen eingewoben und wirkt nicht aufdringlich. Der Hintergrund des ganzen Terrors hat durchaus eine tragische Komponente, auch wenn diese nicht übermäßig emotional ausgespielt wird. Aus der Figurenkonstellation und dem Szenario entsteht mancher (Wort-)Witz, nicht jeder davon dürfte bei einer jüngeren Gruppe zünden. Für diese ist der Film aber auch aufgrund manch finsterer Szene wohl nicht gedacht.

Technisch ist „Monster House“ gelungen, der visuelle Stil mag wie erwähnt ungewöhnlich anmuten, schafft so aber auch eine Abgrenzung zu bekannten Marken. Bei der Animation der Figuren kam motion capturing zum Einsatz und visuell ist das Werk schon chic anzusehen, bietet ansprechende Kamerafahrten und Blickwinkel.
Bei all dem Tohuwabohu, das da in der Wohngegend abgeht, verwundert es aber doch, dass keiner der Nachbarn etwas von dem sich bis zum Ende steigernden Krawall mitbekommt. Sollte in so einem Film nicht stören, tut es auch nicht wirklich, die Frage kam mir trotzdem in den Sinn. Auch ist mir das Ende etwas zu versöhnlich, gerade im Hinblick auf manches Schicksal zuvor.
Dennoch ist „Monster House“ zu empfehlen. Gerade wegen des Wortwitzes, der sympathischen Figuren und eben der auch mal schauerlichen Abschnitte sollten auch Erwachsene hieran ihren Spaß haben.

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