Ja leider war der Filmtitel „Vom Suchen und Finden der Liebe“ schon vergeben... ! Aber egal! „Elementarteilchen“ klingt abstrakter und kommt auch viel intellektueller rüber, was sich wohl auch der Autor des gleichnamigen Buches Michel Houellebecq gedacht hat.
Um es vorweg zu sagen: SPOILERN NICHT AUSGESCHLOSSEN!
Die Story ist gewohnt „neue deutsche Kinowelle- mäßig“ angehaucht und verschont den Zuschauer vor keinen gängigen Klischees.
So wird dem Zuschauer die Geschichte zweier Brüder aufgetischt, die auf unterschiedlichste Art und Weise, den Sinn des Lebens (ja, ja...der Titel „Elementarteilchen“ ist ganz metaphorisch zu verstehen) in Form der „Wa(h)ren Liebe“, suchen und finden...!
Da wäre zum einen Bruno (Moritz Bleibtreu) : Deutschlehrer, geil auf eine Schülerin, wird von ihr abgewiesen, aber zuvor wird auf ihre Klassenarbeit ejakuliert...Sehr originell! Ja aber es geht noch weiter! Bruno, unser onanierender Deutschpauker ist natürlich ein ganz frustrierter Zeitgenosse und deswegen geht’s ab ins Esoterik-Hippie-Camp, um dort die Schnecken zu checken! Selbst dort erleidet er einige bittere Rückschläge in Sachen „Frauen für die Nacht klar machen“... Aber dann, oh Wunder, entdeckt er Christiane (Martina Gedeck), die sich gerade schön im Pool knallen lässt. Klar darf der Bruno auch mal ran, aber einbilden brauch der sich gar nix, denn die Olle ist ne Nymphomanin! Egal, denkt sich Bruno der Germanist, ich bin ja auch immer spitz wie Nachbars Lumpi, dann ergänzen wir uns ja ganz gut. Ja und so gehen die beiden gemeinsam fein in den Swinger-Club und rammeln alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Aber dann kommts bitter böse, denn unserer Nymphomanin geht’s ja überhaupt ganz und gar nicht gut! Ja wie es dann klischeebeladener nicht sein kann bricht Christiane beim orgiastischen Sex im Swinger- Club zusammen! Nein, sie hat keinen Eiweißschock...falsch geraten! Natürlich ist sie querschnittsgelähmt und muss ihr Dasein im Rollstuhl fristen...Ob sie das psychisch verkraftet???
Genug zu Bruno, kommen wir zu Michael (Christian Ulmen): Natürlich ist der ganz anders! Männliche Jungfrau, Workaholic im Bereich der Mikrobiologie, verknallt in seine Jugendliebe (Franka Potente), die ihn natürlich eigentlich ja auch damals liebte aber dann doch der geile Stecher X und bla bla bla *gähn*...Ja das kennen wir alle schon bis zum erbrechen! Ja und mehr gibt’s zum lieben Spießer Michi nicht zu sagen!
Ja und dann gibt’s immer mal wieder n paar Rückblenden von beiden Hauptdarstellern wie bescheuert doch ihre Jugend war, weil ihre Mutter ne Hippiebraut war und ist und jetzt im Sterben liegt...!
Die Message dieses Films ist genauso logisch, wie die Blähungen nach nem Topf Chili con Carne: Die „Wa(h)re Liebe“ tut doch so weh und ist ja auch so tragisch, aber sie ist der Sinn des Lebens- ja, genau das „Elementarteilchen“ unserer doch so absurden Existenz... Oh Mann! Das ist so was von tiefgründig und pseudophilosophisch das ich direkt den Brechreiz bekomme!
Nun gut, es gibt auch positive Seiten bei „Elementarteilchen“ die der Gerechtigkeit wegen auch benannt werden müssen! So ist man dankbar das der Film nach klischeehaften und reißerischen 103 min. endet! Mal ernsthaft: Das einzig positive und herausragende sind die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, allen Voran, da schließe ich mich meinem Vorschreiber an, Moritz Bleibtreu. Er verkörpert den gefrusteten Akademiker, der pubertierenden Stinkern etwas Bildung vermitteln soll, sehr gut. Auch die Darstellung der Tragik seines erbärmlichen Daseins gelingt ihm gut. Ulmen glänzt auch in seiner Rolle als Spießer und wir wissen spätestens seit der Serie Mein neuer Freund X und „Herr Lehmann“ wie wandlungsfähig er ist. Trotzdem bleibt Bleibtreu, wenn man sich denn entscheiden muss wer nun der größere Sympathieträger in diesem Schwachsinnsfilm ist, der Top-Darsteller.
FAZIT:
Wer klassich- klischeebeladenes Kino liebt und dazu noch auf reißerische Passagen steht, die nicht anders als in "GZSZ" oder "Verbotene Liebe" zu sehen sind; außerdem schon immer erfahren wollte wie Martina Gedeck gedeckt wird, der sollte sich den so ekelhaftpseudophilosophischen Film anschauen! Einziger Lichtblick sind die Hauptdarsteller!
Zum Kotzen schön und zum Lachen tragisch!
3 Punkte, weil die Schauspieler mich überzeugten!