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Ein begabter Wissenschaftler, der an einer Methode arbeitet, mithilfe derer man menschliches Leben im Labor züchten könnte, sodass kein sexueller Kontakt mehr nötig wäre, hat zum ersten Mal in seinem Leben eine Liebesbeziehung. Sein Bruder, ein frustrierter Literaturlehrer, nistet sich in einem FKK-Camp ein, in der Hoffnung, dort Frauen zu finden, die er attraktiver findet als seine Gattin.

Das hätte man sich schon denken können, dass ein Roman von Houellebecq irgendwann mal ein gefundenes Fressen für die deutsche Filmindustrie sein würde, da es ja mal wieder ein idealer Anlass ist, einen Film drehen zu können, indem es fast pausenlos um Masturbation und Sex geht. Und so liegt nun auch eine eigenartige Symbiose vor, die in dem Bemühen entstanden ist, zwar anspruchsvoll und schwermütig eine ungewöhnliche Brüderbeziehung in einer bizarr-kalten Gesellschaft zu beschreiben, darüber hinaus aber auch einen kommerziellen Erfolg zu erzielen. Und deshalb wird im Film dissonant-komödiantisch bis mittelwesteuropäisch-massentauglich gewichst und gefickt um das deutsche Main-Stream-Publikum bei Laune zu halten, während beinahe im Hintergrund die eigentlich melancholische Geschichte erzählt wird. Dank der großartigen Darsteller funktioniert das Ganze gerade noch so – richtig ernstnehmen kann man das Werk allerdings nicht; doch aus diesen gegensätzlichen Ansprüchen, die an den Film gestellt wurden, ist letztendlich, wenn man sich darauf einlässt, doch ein grotesk-amüsantes, typisch deutsches Kinoereignis geworden, mit immerhin einigen Szenen, die auch wirklich im Gedächtnis bleiben.

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