Review

Trash oder Klassiker? „Parasiten-Mörder“ ist irgendwie beides.
Einerseits ist die Story um einen Wissenschaftler, der („gutartige“) Parasiten züchtet und diese in Menschen einsetzt, wodurch diese zu triebgesteuerten sexgierigen Zombies werden eher skurril und lächerlich als intelligent. Andererseits handelt es sich bei „Parasiten-Mörder“ um einen (für die 70er Jahre) mit guten Spezialeffekten aufgepeppten und handwerklich soliden Horrorfilm. Krasse Splattereffekte sucht man vergebens, dennoch gibt es einige gelungene Ekelszenen (aus dem Mund) kriechender Parasiten zu sehen.
Dieses Frühwerk von „eXistenZ“-Regisseur David Cronenberg überzeugt allerdings nicht nur als vordergründiges, spannendes Ekel-Spektakel. So behandelt der Film ebenso wie die späteren Zombiefilme eine gesellschaftskritische Problematik Der Film spielt auf die Sex-Aufklärungswelle Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre an und kritisiert diese. Es wird die zunehmende „Sexualisierung“ der Gesellschaft dargestellt (im Film im Rahmen eines riesigen autark-autonomen Wohnungsgebäudes, dem „Starliner“) und vor dessen Ausmaße und Auswirkungen gewarnt. Somit zeichnet der Film das Spiegelbild der damaligen Gesellschaft.
Obwohl der Film mit knapp über 70 Minuten eine relativ kurze Laufzeit hat, gibt es doch ein paar Längen. Die Darsteller dürften selbst Genre-Kennern nicht allzu viel sagen. Und zum Glück besitzt der Film auch einen Sinn für Ironie (als ein Mann Blut auf den Regenschirm einer älteren Frau kotzt zum Beispiel).
Was letzten Endes bleibt, ist ein kleiner fieser Ekel-Schocker mit (der Thematik entsprechenden) vieler nackter Haut.
Für diesen etwas anderen, ekligeren Zombiefilm vergebe ich 7 von 10 Punkten.

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