Review

Die Filme von David Cronenberg sind immer ganz speziell, entweder hasst man sie, oder man liebt sie. Genau so ist auch „Shivers“, eine Mixtur aus Horror und Sex.


Der Wohnkomplex Starline auf der Straline-Island liegt abseits der Metropole Montréal. Da wundert es auch niemanden, dass dort die Wohnungen umso begehrter sind.
Doch die Idylle trügt. In dem Wohnkomplex hat der Medizinprofessor Emil Hobbes einen Parasiten gezüchtet, der das sexuelle Verlangen in ungeahnte Höhen steigen lässt, zeitgleich das Hirn aber nahezu ausschaltet. Den Parasiten hat er an der jungen Annabelle getestet, eine 19 jährige Studentin, zu der er aber schon viel früher Neigungen hatte. Doch das Experiment geht komplett schief, der Parasit kann sich im Wohnkomplex verteilen, da die junge Annabelle nicht nur mit Dr. Hobbes in der Kiste landete, auch ein gewisser Nicholas Tudor hatte Sex mit Annabelle und wird so das erste Opfer des Parasiten. Erst Dr. St. Luc und sein Kollege Dr. Linski kommen dahinter, woran Hobbes geforscht hat, doch es scheint schon zu spät zu sein. Sexbesessene, von Parasiten bevölkerte Menschen, attackieren die noch normalen Leute...


„Shivers“ ist mal wieder ein Film der Marke Cronenberg. Wer sonst kann sich eine Mixtur aus Sex und Ekeleffekten ausdenken, wenn nicht David Cronenberg? Und wer die weiteren Werke von Cronenberg kennt, weiß, dass ungewöhnliche Plots ja gerade das Markenzeichen des Kanadiers ist. Deswegen sind seine Filme auch so umstritten. Der eine findet sie komplett blöd, für andere sind es Meisterwerke.
Und für einen Film aus dem Jahre 1975 geht es hier ordentlich zur Sache. Cronenberg paart eklige, schleimige Effekte mit einer gehörigen Portion Sex. Zwar wird es hier nicht schlüpfrig, aber die Sexualität steht hier ganz klar im Vordergrund, blanke Busen sind hier noch das harmloseste.
Hinzu kommen sogar Andeutungen von Pädophilie (Hobbes und seine Studentin), Inzest, alles Aufgrund dieses Parasiten. Und natürlich kommt der Parasit nicht auf herkömmlichen Wege aus den Körpern heraus, er muss schon regelgerecht ausgebrochen werden. Wie das aussieht, kann sich jeder vorstellen. Zwar ist „Shivers“ kein Splatterfilm, aber die Effekte verfehlen ihre Wirkung bei weitem nicht.

Auch die Story überzeugt, gerade weil es eben dieser einsame Komplex auf der Insel ist, alles noch recht abgeschirmt ist, aber jederzeit kann der Parasit überschwappen auf die Metropole Montréal. Gerade dies versucht Dr. St. Luc zu verhindern.
Zum Schluss hat man wahrlich das Gefühl, in eine Art Zombiefilm zu sein, wenn die Besessenen, so nenne ich sie mal, schon fast zombieartig durch den Wohnkomplex laufen, auf der Suche nach Opfern, die sexuell benutzt werden oder getötet werden.
Hinzu kommen recht nette Kameraeffekte, beginnt der Film doch wie ein Werbefilm, der uns das Starline schmackhaft machen will, auf der anderen Seite springt die Kamera immer wieder zu Dr. Hobbes, der versucht, die junge Annabelle zu töten, da er merkt, dass er dem Parasit nicht mehr Herr wird.


Fazit: Ein gelungener Mix aus Horror und Sex, den uns David Cronenberg hier präsentiert. Dem einen oder anderen mag das vielleicht schon zu schräg sein, wenn Sexbesessene auf der Jagd nach neuen Opfern sind, aber „Shivers“ ist alles andere als ein Trash-Film. Cronenberg-Fans werden hier ihren Spaß haben und auch der Rest sollte dem Film eine Chance geben.

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