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In einem Apartment eines Montrealer Wohnhauskomplexes wird eine junge Frau, sowie ein älterer Mann tot aufgefunden. Während der Frau der Bauch aufgeschnitten und Säure hineingeschüttet wurde, hat sich der Mann anscheinend selbst getötet, indem er sich die Kehle durchschnitt. Nachforschungen ergeben das es sich bei den getöteten Personen um Dr. Hobbs, einen Uni-Professor und einer seiner Studentinnen handelte. Dr. Roger St. Luc (Paul Hampton) , ein im Wohnkomplex wohnender und praktizierender Arzt, macht sich gemeinsam mit seiner Sprechstundenhilfe (Lynn Lowry) auf um herauszufinden was der Grund für den mysteriösen Doppelmord war. Immerhin handelte es sich um seinen alten Uni-Professor , der schon damals für seine umstrittenen Thesen und ansichten bekannt war. Roger findet heraus das Dr. Hobbs einen Parasiten herangezüchtet hat, der im Organismus eines Menschen eingepflanzt, das rationale, logische handeln - das Dr. Hobbs Ansicht nach schuld an den Zivilisationskrankheiten des modernen Menschen ist, auszuschalten und dabei die längst ausgestorbenen und unterdrückten Triebe des Menschen zu aktivieren und in den Vordergrund der Persönlichkeit zu stellen. Prof. Hobbs implantierte daraufhin der jungen Studentin den Parasiten, doch anscheinend entwickelte der Parasit immer stärkere Kontrolle über den Wirt und gipfelte in einem Rauschzustand exzessiver Gewalt und Sexualität. Prof. Hobbs beschloss das der Parasit - gemeinsam mit dem Wirt der ihn beherbergt, getötet werden muss um so die Ausbreitung zu verhindern.
Als in Dr. St. Luc’s Praxis ein Mann auftaucht der ebenfalls Kontakt mit der getöteten Studentin hatte und über schmerzen im Magen klagt, befürchtet Dr. St. Luc das der Parasit durch sexuellen Kontakt übertragen werden kann und sich mittlerweile mehrere Menschen im Wohnkomplex unbewusst infiziert haben.
Die Befürchtungen bestätigen sich, fast das komplette Gebäude ist bereits infiziert. Die “infizierten” scheinen allerdings nicht sonderlich unglücklich über ihren Zustand zu sein, sie versuchen immer mehr Menschen durch Massenorgien zu infizieren um so weltweit eine Epidemie auszulösen.

Die Handlung von “Shivers” erreicht durch ihre Reduzierung auf den Wohnkomplex und den darin lebenden Menschen fast schon Kammerspielartige Züge, die den Blick des Betrachters in eine geschlossene Bahn lenken und nicht durch überladene, mit Rückblenden und Parallelgeschichten vollgestopfte Darbietungen aufwartet, sondern angenehm geradlinig erzählt wird.

Allerdings darf nicht übersehen werden das es einige B-Movie (fast schon Thrashige) Szenen im Film gibt, die manchen Zuschauer sauer aufstoßen werden. Der “Parasit” hat ein ganz spezielles aussehen, das nicht unbedingt angsteinflößend wirkt. Die (animations-) Szenen des Parasiten auf der Wiese, sowie in der Badewanne mit Barbara Steel, sind ohnehin frei von jeder Kritik.
Meiner Meinung nach passen Sie aber gut zu den Film und unterstreichen den “sleazigen” Flair. Ebenfalls “schuld” am Ambiente des Films ist das tolle 70er Jahre Dekor, sowie die Mitwirkung der B-Movie Heroinnen: "Barbara Steel und Lynn Lowry".

Die Verwendung eines Apartment-wohnkomplexes als Schauplatz, erinnert an J.G. Ballard’s Buch “Der Block” in dem ein Arzt in einem Hochhauskomplex einzieht und sich dort bald Mord und Totschlag gegenübersieht, die Etagen werden von den Bewohnern bis aufs Blut verteidigt. Im ganzen Komplex herrscht Krieg zwischen den Parteien - den aber niemand beenden will, vielmehr genießen sie den Verfall von Zivilisation und Moral und steigern sich vollkommen in die Verteidigung ihres Reviers.

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