David Cronenbergs Spielfilmlängendebüt ließ bereits 1975 seine Vorliebe für handgemachte Ekeleffekte in Verbindung mit Veränderungen des menschlichen Körpers erkennen. Wie auch im Folgewerk "Rabid" dreht es sich um entartete, primitive Sexualität und die Angst vor den Ausbrüchen selbiger bzw. ihre Konsequenzen: Tod, Wahnsinn und Vernichtung. Im Groben kann man "Shivers" also als Metapher für Geschlechtskrankheiten durch ungezügelte Triebhaftigkeit bezeichnen, darüber hinaus sind aber auch Anspielungen auf Wissenschaft und Fortschritt und damit einhergehenden Gefahren zu erkennen. Die wurmartigen Geschöpfe, die Cronenberg als Parasiten auf und in die Körper seiner Schauspieler jagt, erinnern Genre-Kenner an so manchen Sci-Fi-/Horrorfilm späteren Datums, ebenso sind Parallelen zu Romero-Filmen wie "Crazies" oder Zombie-Schockern wie "Woodoo" erkennbar. Insofern dürfte "Shivers" großen Einfluss auf seine Genrekollegen ausgeübt haben. Dass es in Cronenbergs Erstling noch nicht ganz so ästhetisch und stilsicher wie in seinen folgenden Werken zugeht, ist natürlich kaum verwunderlich und sorgt für eine dreckige 70er-Atmosphäre mit reichlich Blut und nackter Haut, die auch heute noch bestens zu unterhalten weiß.