Der INHALT ist sicherlich am einfachsten der Presse der letzten Monate zu entnehmen. Der Film hätte sich kaum eine bessere Werbung wünschen können. Das vorliegende Werk hält sich erstaunlicherweise nicht sehr an die Orginalhandlung - jedenfalls soweit man den vermeintlich authentischen Veröffentlichungen im Spiegel usw. Glauben schenken darf. Dem ganzen liegt eine eigentlich sehr beruhigende, aber dennoch durch gewisse Andeutungen seinen leicht schockierenden Effekt nicht unterdrückende Erzählweise.
Thomas Kretschmann hat bei mir einen Stein im Brett durch seine Auftritte in "Der Pianist", "Blade 2" und vielen anderen Werken und seine Vielfältigkeit. Diesen konnte er durch die Rolle des "Bösen" in "Rohtenburg" leider nicht ausbauen - aber auch nicht vollends zerstören. Seine Stärke hat der Film wie gesagt in vielen Grobheiten die bis zum Ende des Films oft nur angedeutet werden. Er gewinnt dadurch an Tiefe. Das kippt leider am Ende des Film und die Explizität der Darstellung passt nicht zum Erzählstil des vorherigen Geschehens.
Nicht das ein falscher Eindruck aufkommt. Ich bin ein grosser Freund der gut gemachten grafischen Gewalt - aber es passt in diesem Fall nicht zum Sujet. Schlimm ist auch die teils peinliche Metaphorik die in vielen Fällen (z.B. der Mörder als "Schmetterling") überhaupt nicht funktioniert und sehr aufgesetzt zu empfinden ist. Oberflächlichkeit und eine ganze Ladung von Klischees ("Gesichter des Todes" gut finden) machen aus dem Ganzen doch ein sehr zwielichtiges Elaborat.
Mehr sollte darüber nicht gesagt werden und so kann ich dem ganzen nur gut gemeinte 5/10 Punkte abgewinnen, trotz Thomas Kretschmann.