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Auf wohl kaum ein anderes Thema war die sensationsgeile Presse in den letzten Jahren so scharf wie auf die tatsächlichen Geschehnisse der Tötung von Bernd Brandes durch Armin Meiwes. Aus diesem Grund dürfte es wohl an dieser Stelle nicht notwendig sein auf den Inhalt des Filmes einzugehen. Aufgrund der zu schützenden Persönlichkeitsrechte von Armin Meiwes wurde der Kinostart aufgrund einer einstweiligen Verfügung untersagt.

Inwiefern sich der Film an das tatsächlich Geschehene hält, wissen wohl nur die direkt beteiligten, was ja wiederum nicht all zu viele sein dürften. In diesem Fall werden die Geschehnisse aus Sicht einer dritten Person aufgearbeitet. Es handelt sich dabei um die Psychologiestudentin Katie Armstrong, welche als Thema ihrer Abschlussarbeit den Hartwin (hier so genannt) auswählt. Aufgrund des Einleitungstextes geht natürlich eindeutig daraus hervor dass es sich dabei um keine erfundene Geschichte handelt, sondern verweist eindeutig auf die Bundesrepublik Deutschland.

An der gesamten Erzählweise des Filmes ist dies wohl auch eindeutig ersichtlich, da es hierfür wohl keinerlei Drehbuch oder ähnliches zu gegeben haben scheint. Der Film ist zwar an sich nicht wirklich schlecht erzählt, bringt aber dafür in seinen ca. 80 Minuten Laufzeit relativ wenig rüber. Parallel wird gezeigt wie sich „Täter und Opfer“ finden und ihren durchaus Kannibalistischen Akt vollziehen. Das meiste davon bleibt dann wohl der Phantasie des Zuschauers überlassen, da so gut wie keine Szene in ausreichendem Masse gezeigt wird. Es ist wohl eher die Menschliche Vorstellungskraft und die Tatsache dessen dass es sich um eine wohl wahre Begebenheit handelt, die dem Film etwas unangenehm wirken lassen. Von sich aus kann er dies nämlich nicht wirklich rüberbringen. So manche Dialoge wirken angesichts der Brisanz des Themas mehr als nur einmal unfreiwillig komisch und verleiten den Betrachter eher zum schmunzeln als sich in einem unwohlen Gefühl wieder zu finden. Es mag irgendwie nicht so richtig zusammenpassen. Dramatik und Spannung such man dabei natürlich vergebens. Ist wohl eher eine Art Doku mit Spielfilm – Sequenzen geworden.

Hauptdarsteller Thomas Kretschmann macht seine Sache in der Rolle des (hierbei) genannten Oliver Hartwin ganz gut. Der Rest der Darsteller – Riege mag irgendwie überhaupt nicht so recht zur Geltung kommen. Auch Keri Russel in der Rolle der Psychologiestudentin scheint hier irgendwie fehl am Platz zu sein.

Im Endeffekt ist „Rohtenburg“ ein Film der Kategorie „Filme die keiner braucht“. Er ist zum einen Langweilig und zum anderen, trotz der guten Werbung der Realität, zum falschen Zeitpunkt erschienen. Denn irgendwie scheint das Thema bereits fast Tot geredet zu sein, ohne ihm dabei die wirklich dahinter steckende Tragik nehmen zu wollen. Ein wirklich unnötiger Film, welcher es wohl nur aufgrund der Thematik überhaupt geschafft hat, Beachtung zu finden.

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