Offiziell wurde der "Kannibale von Rothenburg" verboten, da sich der echte Kannibale angeblich in seinen Persönlichkeitrechten gestört fühlte. Dabei könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er den Film einfach nur grottenschlecht fand und er der Welt lieber als "original" Kannibale erhalten bleiben wollte, anstatt ewig mit einem drittklassigen,überaus lächerlich wirkenden, Laien von Schauspieler in Verbindung gebracht zu werden, dessen Wirken doch sehr stark an ein stumpfsiniges Hinterhofkomödienstadel erinnert. Jedenfalls hat er, mit dem Verbot des Films, der Nachwelt auf jeden Fall einen riesen großen Gefallen getan.
Nun zur Story:
Eine Studentin möchte ihre Doktorarbeit (oder etwas ähnliches) über den Fall des Kannibalen verfassen, macht sich mit der Geschichte vertraut, forscht in der Kindheit des Kannibalen und seines freiwilligen Opfers herum und besucht die Heimatorte der beiden.
Der Film besteht im Grunde ausschließlich aus einem ewigen hin und her zwischen der Gegenwart,der Kindheit der beiden Perversen, ihrem jämmerlichen Erwachsenendasein und hölzernen, wie dahingerotzt erscheinenden, Dialogen.
Sofort zu Anfang wird erst einmal das gesamte Ende in allen Einzelheiten geschildert, sodass man sich fragt, weshalb man den Film überhaupt noch weiter gucken sollte, weil man zu Recht davon ausgehen kann, dass das "Schlachtritual" nicht gerade ausführlich zu sehen sein wird.
Danach wird der Werdegang der beiden Verrückten beschrieben:
Das spätere Opfer wird als kleiner Junge von seiner Mutter beim Doktorspielchen mit einem Geschlechtsgenossen erwischt, worauf diese sich kurze Zeit darauf umbringt....komischerweise hegt er dann, wie es aussieht, ab diesem Zeitpunkt, den Wunsch von einem Mann den Penis abgebissen zu bekommen.
Der spätere Kannibale wiederrum, wird als Kind von seiner Mutter gezwungen, Lederhosen zu tragen....das wars auch schon...also, wenn das der Grund für seine spätere Geilheit auf Menschenfleisch sein soll, dann müsste sich ja ganz Bayern schon seit Jahrhunderten von Menschenfleisch ernähren.
Im weiteren Verlauf wird noch gezeigt, wie die Mutter des Kannibalen nebenbei im Keller ihres Hauses ertrinkt, der seltsamerweise unter Wasser steht, der Kannibale faselt irgendetwas davon, dass er seine alte Puppe aufgegessen hat und die Schwulenkarriere des späteren Opfers, dass sich ab und zu Leichenbilder im Internet anschaut, wird etwas näher beleuchtet.
Das alles scheint zwar etwas an den Haaren herbeigezogen und total schwachsinnig klingen...Schwachsinn ist allerdings bei diesem Film Programm !
Nachdem der Kannibale sich ein Herz gefasst hat und sich in einem Internetforum dazu bereit erklärt, jemanden zu verspeisen der gerne gegessen werden möchtel, liegt auch schon im nächsten Moment der erste Perverse,bereits in Folie eingehüllt, auf seiner Schlachtbank...
Dieser macht allerdings einen Rückzieher, worauf der Kannibale den Schwulen kennenlernt. Nachdem die ersten Formalitäten erledigt sind wird auch schon ein Treffpunkt ausgemacht und der Festschmaus kann beginnen.
Der Ablauf der langsamen Tötung wirkt, wen wunderts, keines Falls verstörend, sondern eher belustigend. Besonders die Szene in der der Penis enfernt und anschließend bei romantischem Kerzenschein genüsslich von den beiden verputzt wird.
Insgesamt gesehen ist "Der Kannibale von Rothenburg" ohne Frage eines der schlechtesten Werke der Neuzeit.
Die Atmosphäre, die durch die düsteren Bilder hätte entstehen können, wird durch die extrem schwache schauspielerische Leistung der Protagonisten und vor allem durch ihre durchgehend dämlichen Dialoge, von der ersten Minute an komplett zerstört.
1 Punkt !!