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Der eher unbekannte Regisseur Todd Robinson inszeniert hier einen durchaus ordentlichen Thriller im Stil des Film Noir. Schauplatz ist das Amerika der 40er Jahre. Es geht um ein Gaunerpärchen, nicht ganz à la im Bonny and Clyde, sondern doch weitaus gestörter und härter ans Werk gehend. Ray Martinez (Jared Lato) tritt als eine Art Heiratsschwindler auf mit Vorliebe für Kriegswitwen und andere einsame Herzen, die er zuerst verführt und ihnen dann ihr Geld abluchst. Bei dieser Gelegenheit trifft er die junge attraktive Martha Becks (Selma Hayek), die ihn durchschaut und sich einerseits in ihn verliebt und andererseits seine Partnerin auch in geschäftlicher Hinsicht wird. Sie gibt sich gegenüber den Opfern als Rays Schwester aus. Von der ursprünglichen Masche abrückend werden die Damen nicht nur finanziell ausgenommen, sondern schließlich auch gekillt, hauptsächlich aufgrund der extremen Eifersucht von Martha. Elmer Robinson (John Travolta) und Charles Hildebrandt (James Gandolfino) von der Polizei machen sich auf die Spur…

Hört sich alles ganz nett an? Ist es auch. Mit ein paar Abstrichen weiss dieser schön ausgestattete Film durchaus zu überzeugen. Mit der Ausstattung sind die Autos, Häuser, Anzüge, Hüte und Mobilar gemeint. Alles ordentlich, wenn auch nicht zu üppig, umgesetzt.

Im Mittelpunkt steht natürlich ganz klar das teuflisch gemeine Gangsterpaar. Selma Hayek spielt die skrupellose, leicht gestörte Schwester hervorragend. Optisch wie immer eine Wucht. Jared Lato ist da bedeutend blasser, aber wird vielleicht auch der Rolle des von Marthas Eifersucht unterdrückten Lovers gerade dadurch gerecht.

Gandolfino ("Sopranos", "True Romance") spielt den Partner des Ermittlers (John Travolta) und bringt eine Prise Zynismus und auch Humor in die Geschichte. Das passt eigentlich ganz gut, da der Film über die gesamte Laufzeit trotzdem ein Thriller (Drama) bleibt und nicht zur reinen Komödie verkommt. Natürlich gibt es – wie in diesen Streifen üblich, man erinnere sich an "L.A. Confidential" – die üblichen Reibereien und Wortgefechte der Polizisten untereinander. Wer's mag.

Leider wird auch noch eine zweite -völlig überflüssige - Nebenhandlung angeboten. Dieser Erzählstrang beschäftigt sich mit der Affäre des Ermittlers Robinson (John Travolta) mit einer Kollegin, gespielt von Laura Dern ("Jurassic Park". Dazu kommen noch Probleme mit seinem Sohn. Laura Dern passt irgendwie nicht in diesen Film. Das beginnt schon bei ihrer Frisur (langes blondes Haar) und auch die von ihr dargestellte Figur stört eher, als das sie die Handlung vorantreibt. Ärgerlich.

Der Film ist nicht langweilig, aber nur mäßig spannend, da es eigentlich bis auf ein aufgespürtes Postfach keine aufreibende Ermittlungsarbeit seitens der Polizei gibt. Hätte man dafür den langweiligen Nebenstrang mit den Problemen des Cops weggelassen, wäre vielleicht noch mehr daraus geworden. So reicht es nur zu guten 7/10 Punkten.

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