Was in seiner Mischung wie "Pakt der Wölfe", Sleepy Hollow", "Wächter der Nacht" und Grimms Märchen auf Droge anmutet, ist ein internationales Filmprojekt des russischen Regisseurs Oleg Stepchenko. An kreativen Einfällen mangelt es ihm nicht, jedoch erstickt das holprige Drehbuch beinahe jeden Anflug von Spannung im Keim.
Im frühen 18. Jahrhundert wird der englische Kartograph Jonathan (Jason Flemyng), welcher eine flotte Affäre mit des Königs Tochter hatte, vom Schloss gejagt. Er begibt sich auf eine Expedition, welche ihn in ein merkwürdiges slawisches Dorf verschlägt. Hier sollen Dämonen und Hexen umgehen, berichten ansässige Studenten. Bis der Spuk von Jonathan Besitz ergreift...
Die Grundzutaten für ein ordentliches Fantasy-Spektakel sind schon allein aufgrund des ordentlichen Budgets gegeben, jedoch wird die Geschichte von Beginn an recht fahrig erzählt, was unnötige Flashbacks nicht gerade vereinfachen. Zwar dauert es nicht allzu lange, bis die parallelen Handlungsstränge des bizarren Dorftreibens und des reisenden Helden aufeinander treffen, doch einen roten Faden sucht man meistens vergebens.
Hinzu kommt, dass sich einige Figuren im Dorf ähneln, und offenbar jeder gegen den anderen intrigiert und demzufolge nie so recht klar wird, welche sozialen Strukturen im Bauernkaff mit Kirche bestehen. Da stirbt die Tochter eines Wichtigen, sie mutiert daraufhin zur Hexe, welche im Verlauf jedoch kaum mehr eine Rolle spielt, während Held Jonathan kurz nach Ankunft zum reinen Spielball diverser Erscheinungen wird.
Das fällt aufgrund der teils ansehnlichen Effekte phasenweise recht kurzweilig aus und ansatzweise sind auch atmosphärische Momente auszumachen, etwa als Jonathan von dunklen vierbeinigen Kreaturen durch den Nebelwald gehetzt wird oder Dorfbewohner in körpergeteilter Form ein perfides Spiel anzetteln. Doch zwischen Klamauk, ein wenig Situationskomik, düsteren Szenerien und erzählerisch unnötigen Nebensächlichkeiten scheint der Stoff nie so recht zu wissen, worauf er denn nun den Fokus legen soll. Daraus resultiert ein überladenes Effektgewitter, welches teilweise viel zu hektisch geschnitten ist, um es im vollem Umfang genießen zu können.
Die größtenteils hölzern performenden Mimen und ein wenig charismatischer Held heben den Unterhaltungswert letztlich nicht an, nur der ansprechend arrangierte, komplett orchestrale Score weiß mit seinen variablen Kompositionen einige Akzente zu setzten.
Der Erzählung mangelt es demgegenüber an Charme und Stringenz, um bei einer Laufzeit von 111 Minuten nicht bereits nach der Hälfte abzuwinken.
Wer sich ohne jeglichen Anspruch einfach mal von größtenteils kreativen Einlagen und bemühten Schauwerten berieseln lassen möchte, könnte einen Blick riskieren, - ein wirklich fesselndes Horrormärchen wird jedoch deutlich gradliniger erzählt.
4 von 10