Review

Bevor die Kult-Firma Troma zu ihrem bis heute funktionierendem Konzept kam strotzten die Werke nicht vor Splatter und Geschmacklosigkeit sondern waren wesentlich unspektakulärer und weniger provozierend. „Sizzle Beach“ ist eine der letzten Troma-Präsentationen die noch die gleiche Atmosphäre und Ausrichtung aufzuweisen hat wie die Frühwerke, zum Beispiel Lloyd Kaufmans Regie-Arbeiten „Squeeze Balls“ oder „The First Turn-On“.

Warum man sich von humorvoll vorgetragener Erotik zu anarchischem Wahnsinn weiter entwickelte ist am Beispiel dieses belanglosen Filmchens sehr gut fest zu machen:

Mit genau so wenig Esprit wie Budget wurde „Sizzle Beach“ inspirationslos herunter gekurbelt und macht keinen Hehl aus seiner totalen Sinnlosigkeit. Mit wenig Erotik, fehlendem Humor und nicht vorhandener Story wirkt die Laufzeit um ein vielfaches länger als sie wirklich ist. Vergleicht man „Sizzle Beach“ mit anderen zeitgenössischen Jugend-Komödien wie „Porky’s“ oder „Eis am Stiel“ wirkt das Troma-Werk noch weniger authentisch und kann nicht im Mindesten unterhalten.

Der junge Kevin Costner kann auch nichts raus reißen da er nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen ist und nur wenig Leinwandpräsenz hat. Trotzdem hilft natürlich alleine schon die Beteiligung Costners für eine bessere Vermarktung, soviel ist jedenfalls sicher: Gäbe es weder Costner- noch Troma-Fans wäre dieses Werk schon längst in die Untiefen der filmischen Vergessenheit verschwunden. Costner war nicht wie Marisa Tomei (spielte eine Mini-Rolle im ersten „Toxic Avenger“) ganz am Anfang seiner Karriere sonder hatte schon in mehreren Filmen mitgespielt wie zum Beispiel in „Silverado“. Obwohl seine Höhepunkte erst noch folgen sollten war er schon damals für Troma-Verhältnisse eher ein Gaststar als eine Entdeckung.

Sogar der schlechteste Vertreter der „Eis am Stiel“ – Reihe ist meiner Meinung nach noch sehenswerter als „Sizzle Beach“, denn hier fehlt jegliches Tempo und sogar auf pubertäre Zoten wird verzichtet. Teenager und Erwachsene werden aber auch nicht wirklich angesprochen denn außer dem Humor fehlt dem Film auch jegliche Dramaturgie. Das die Charaktere alle flach bleiben dürfte klar sein und die Dialoge sind so monoton wie es nur geht. Nicht mal unfreiwilliger Witz entsteht in der alles erdrückenden Langeweile und so kommt nicht mal ein unterhaltsamer Trash-Flair zu Stande.

Für 80er-Nostalgiker mag „Sizzle Beach“ vielleicht einen raschen Blick wert sein, alle anderen sollten einen weiten Bogen um dieses Machwerk machen denn nicht mal Troma-Fans werden hier anständig bedient. Produzent Eric Louzil inszenierte später als Regisseur zwar auch keine Troma-Highlights, Filme wie „Fortress of AmeriKKKa“ oder „Class of Nuke em High 2 & 3“ sind mit ihrem anarchischem Stil jedoch empfehlenswerter.

Fazit: Überflüssig, höchst langweilig und nur für Komplettisten interessant.

02 / 10

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