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Zweiter von zwei Kollaborationen zwischen Regisseur und Stanford-Absolvent Gregory Hippolyte Brown a.k.a. Gregory Dark und Schauspieler Wings Hauser und auch zweiter von zwei Gehversuchen des sonst zumeist mit Erotikthrillern oder zuvor und danach oftmals auch Adultfilmen tätigen Mannes im Bereich des Action-/Science fiction Genres; beide von den Produktionsfirmen Hit und Metropolis Pictures und entsprechend auch in Los Angeles, Kalifornien initiiert. Dark, der wie im vorherigen Start Tote leben länger (1988) auch produziert und auf ein in Teilen gleiches Drehteam zurückgreift, ist hierbei auch für die Geschichte selber verantwortlich; die beiden Erzeugnisse werden seinerseits als Action-noirs bzw. Science fiction noirs zwischen Hardcore und Softcore bezeichnet und vom (deutschen) Verleih als "der härteste WINGS HAUSER aller Zeiten" und entsprechend geschnitten nur natürlich veröffentlicht:

Kurz nachdem der Polizist Arliss Ryder [ Wings Hauser ] im Dienst von einem Unbekannten angeschossen und von der Ärztin Dr. Weaver Cane [ Marie Chambers ] behandelt wurde, bekommt er Besuch von Capt. Bill Quinton [ Alex Cord ], der im Auftrag des Bürgermeisterkandidaten Jim Miller [ G. Gordon Liddy ] eine Eliteeinheit namens S.Q.U.A.D. (= Scum Quelling Urban Assault Divison) aufgebaut hat. Ryder willigt nach ersten Zögern ein, dort auch einzutreten, da ihm das Finden des Schützen versprochen wird und selber Schutz, muss aber feststellen, dass sein ihm neu zugeteilter Partner Det. Stoddard [ Jesse Doran ] bei der erstbesten Gelegenheit über die Stränge schlägt und dessen Ersatz St. 'Joker' Tatum [ Sy Richardson ] auch nicht viel besser ist. Bald bemerkt auch Ryders Freundin Kristen [ Roberta Vasquez ] unheimliche Veränderungen an ihm selber,

Die Welt ist in allen (den meisten) Filmen vom Hauser am Ende, wäre es ohne seine Hilfe zumindest, ein Aufräumen von Chaos uns Gewalt mit dessen eigenen Methoden, die ebenso Chaos und Gewalt hervorrufen, aber auf der Seite des 'Guten' gehalten und entsprechend reglementiert sind. Hier wie auch in der Gegenwart von Art of Dying, von Living to Die, von Perfect Killer wird eine urbane Umgebung gezeichnet, die zum Fürchten ist und voll Hass und Verbrechen steckt, jede Form von Mitmenschlichkeit ist abhandengekommen und wird sich seitens der umliegenden Bevölkerung gegen jede Form der Andersartigkeit aufgelehnt und jegliche Empathie und Sympathien und Zivilisation versteckt.

Effektiv gruselige Videoaufnahmen der Straßen und eine anmoderierte Radiosendung stellen Raum und Zeit hier vor, Hauser als erstes Bild dann einer tatsächlichen Zuordnung und dann auch als Führung (und dies in fast jeder Szene) in diesem Irrsinn und als vertraute Identifikation gleich mit. Hauser ausnahmsweise auch einmal mit Uniform am Leibe, mit offiziellen Gestus, walking the beat, der als Streifenpolizist allein in seinem Polizeiwagen in diesem Inferno unterwegs ist und als Erstes die kleinen Prostituierten von den verbotenen nächtlichen Arbeitsstellen wegschiebt. Dann kreuzigt sich einer selber an den Fernsehantennen auf dem Hausdach und das ist auch dann, wo der Film und die Figur seinen Wendepunkt einlegt.

Wenn selbst Hauser schon der einzig Normale unter den Anwesenden ist, dann weiß man, dass man ein Problem hat; der Film hier als überzeichnete Dystopie, die durch das allumfassende Slumgeschehen durchaus seine Wirkung hat und eine gewisse Mixtur aus Schaulust, Ekel, B-Picture Absurdität und Trivialität nicht verfehlt, näher dran an David A. Priors Future Force (1989) als an Verhoevens RoboCop (1987), aber ähnliche Themen bedienend, die gleichen Gebiete durchforstend und plündernd und sich schamlos an Gewalt und Sex ergötzend und mit den gleichen Gelüsten des Zuschauers spekulierend. Das S.Q.U.A.D. Team ist eine Truppe waffenaffiner Kopfgeldjäger, die ihr Gewehr selbst im Missionbriefing im Büro putzen, als täten sie um die Wette onanieren und weit ejakulieren. Eine Art Gestapo voller Psychopathen, die gleichsam zu ihrem Vorgesetzten und Auftraggeber voller Rassenhass stecken, Diskrimierung Anderslebender und Andersdenkender, Unterdrückung von Minderheiten, dazu Prostitution, Pornografie und Sadomaso, das volle Programm, hier noch mit der Fähigkeiten, Verbrechen vorauszusehen und einzugreifen, obwohl noch nichts passiert ist und auch der Ansicht, dabei jegliche Regeln zu ignorieren.

Das ist eher interessant als wirklich gut und das ist Genreware mit einem Twist, Psychogramm, Bodyhorror und ein Todeskommando à la Extreme Justice (1993), werden Vergewaltiger auf der Flucht ebenso wie zufällig herumstehende Zivilisten im Streufeuer mit der Pumpgun niedergemäht, dazu die Dystopie und etwas Gesellschaftshorror und darin steckend bestimmt auch etwas Gesellschaftskritik. Ein armer Geselle wird zur 'Befragung' hinter einem Auto her geschleift und bei der Aktion auch eine Telefonzelle samt Insasse hopps genommen und demoliert, der gleiche arme Geselle wird später noch bei lebendigem Leibe mit Benzin übergossen und angezündet und steckt dabei noch einen zweiten umherstehenden mit seinen Flammen und der Todesqualen an; final wird noch jemand per Vibrator und Stromschlägen massakriert.

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