Review

Ein Film der so bissig ist wie ein abgerichteter Pit-Bull...


Ben, ein unscheinbar wirkender Mann im besten Alter, verdient seine Brötchen mit dem Töten. Dies, so dachte sich ein Kamerateam, ist doch ein paar Rollen Film wert und bedarf eines dokumentarischen Festhaltens auf Celluloid...
Die Begleitung auf seinen mörderischen Streifzügen bedarf jedoch ab und zu der Mithilfe derenigen die ihn filmen...

So fremd und irritierend wie diese Story des Films wirkt, so selbstverständlich und lustig ist sie in ihrer Umsetzung. Das macht dem Zuschauer, der sich auf dem schmalen Grat zwischen Voyeurismus und unterhalten werden bewegt, wohl am meisten zu schaffen. Hier müsste eine Entscheidung getroffen werden...Unter dem Blickwinkel des Voyeurs ist der Film erschütternd und schonungslos. Die zweite Option ist dann durchaus angenehmer, indem man diesem belgischen Film komponenten des tiefstschwarzen britischen Humors abgewinnt.
Die Entscheidung kommt aber nicht Zustande, denn man ist immer hin und her gerissen zwischen Irritation und einem schallenden Lachen, so dass es einem wie ein kalter Schauer über den Rücken fährt und man die Absicht hat nach diesem Film einen Psychiater zu konsultieren, ob man unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet!
Schuld daran ist der Hauptdarsteller Benoit Poelvoorde! So grausam und unmenschlich seine Taten sind, so sympathisch wirkt er doch auf den Zuschauer und das macht es nicht wirklich einfacher den Film ohne ernsthafte Bedenken gegenüber der eigenen Psyche durchzustehen!

Unter dem Aspekt der Medienkritik beleuchtet, eröffnet "Mann beißt Hund" dem Publikum seine Gier nach Sensationen und Leid von Anderen. Das Involvieren des Kamerateams in die Tötungshandlungen symbolisiert das die Medienlandschaft aktiver Mittäter ist! 
So eigennützig wie die Gewaltdarstellungen auf den Zuschauer wirken mögen sind sie nicht. Die Darstellung der Gewaltszenen, dienen nicht der bloßen sinnentleerten Präsentation, sondern dem Zuschauer als Index für seine Abgebrühtheit und Sensationsgeilheit... .Demnach ist der Zuschauer aktiver Teil des Geschehens, denn er ist Zeuge, er ist Mittäter und Opfer zugleich!

So ist es nicht verwunderlich, dass diese aufoktroierten Rollen nicht jedem zusagen, insbesondere weil man selbst in den Fokus der Kritik gerät! Aber gerade das ist das Geniale an diesem Film, der für mich ein Pflichtprogramm in Sachen Medienkritik ist!

Ein abgrundtief düsteres Meisterwerk mit einem brillianten Hauptdarsteller!

SEHENSWERT und dementsprechend 10/10 Punkten

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